Der digitale Sense of Place. Digitale Place-Experience an der Saline Royale in Arc-et-Senans: Strategien der Betreiber und Erleben der Besucher.

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Digitale und lokative Technologien halten immer stärker Einzug in unseren Alltag. Damit werden sie auch immer relevanter für räumliches Erleben. Kulturstätten, Museen und Tourismusakteure haben die Möglichkeiten dieser neuen Technologien längst für sich entdeckt und setzen immer mehr auf digitale Tools, um ihr lokales Angebot zu erweitern und den Besuchern vermeintlich völlig neue Dimensionen des Erlebens zu eröffnen. Die vorliegende Dissertation stellt die Frage nach der Rolle solcher Tools für räumliches Erleben und untersucht ihren Platz in den Strategien der institutionellen Akteure. Konkret wurde dafür eine Untersuchung an der UNESCO Welterbestätte Saline Royale durchgeführt, an der im Sommer 2020 ein interaktiver Tablet-Rundgang eingeführt wurde mittels dessen für Besucher die nicht mehr sichtbare industrielle Dimension der Stätte erlebbar werden soll. Auf theoretischer Ebene wird neben dem Rückgriff auf neuere Vermittlungsparadigmen der Museologie auf die aus der angelsächsischen Geographie stammenden Konzepte place und sense of place zurückgegriffen, zu denen zwar ein umfangreicher Forschungskorpus vorliegt, der bisher jedoch nur in überschaubarer und relativ unstrukturierter Weise auf die Rolle digital-lokativer Tools bei der Konstitution von sense of place eingeht. Diese Arbeit möchte einen Beitrag zu einer Rekonzeptualisierung leisten und die bestehenden Konzepte um einen „digitalen“ sense of place erweitern. Dafür wird in mehreren Schritten vorgegangen: Nach einer inhaltlichen Einführung zur Stätte und der Entwicklung des Besucherangebots, werden die theoretischen und methodischen Grundlagen geklärt und anschließend eine qualitative Untersuchung zu den Strategien der Betreiber und dem subjektiven Erleben der Besucher durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen die entscheidende Rolle von „digitalem Kapital“, mit Referenz zu Bourdieus Kapitaltheorie und verstanden als persönliche Voraussetzungen zur Verwendung digital-lokativer Tools, für digitalen sense of place, dechiffrieren die Interaktionsmechanismen zwischen Subjekt, digitalem Tool und Raum und legen in differenzierter Weise die Auswirkungen dieser Mechanismen auf subjektives Erleben offen, welches die Grundlage für die Entstehung von sense of place bildet. Digitaler sense of place entsteht aus unseren alltäglichen räumlichen Praktiken und spiegelt die Unterschiede in unserem Umgang mit und der Art und Weise der Verwendung digitaler Tools wider. Hieraus lassen sich Konsequenzen für die weitere theoretische Forschung, aber auch für (digitales) Placemaking der institutionellen Akteure ableiten, welche abschließend vorgestellt werden.

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