Depressive Symptome in der Geriatrie : mehr als die Geriatrische Depressionsskala
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Hintergrund:
Depressionen sind eine häufige, aber oft übersehene Problematik in der Versorgung älterer Menschen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, verschlechtern somatische Erkrankungsverläufe und verursachen hohe Gesundheitskosten.
Ziel:
Untersuchung der Prävalenz depressiver Symptome bei akutgeriatrisch behandelten Patient*innen unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede sowie der Zusammenhänge mit kognitiven und funktionellen Einschränkungen.
Material und Methoden:
Retrospektive Analyse anonymisierter Daten von 345 Patient*innen, die 2019 in einer stationären Akutgeriatrie einer deutschen Universitätsmedizin behandelt wurden. Erfasst wurden GDS-15, MMST, Barthel-Index sowie dokumentierte Depressionsdiagnosen bei Aufnahme.
Ergebnisse:
Bei 286 Patient*innen lag eine vollständige Datengrundlage vor, 36,8 % zeigten eine auffällige depressive Symptomatik (GDS-15 > 5), nur bei 10,4 % war eine Depressionsdiagnose vorbekannt. Es ergaben sich keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede. Der MMST korrelierte bei Frauen negativ mit der GDS-15; der Barthel-Index zeigte keinen Zusammenhang.
Diskussion:
Depressive Symptome im geriatrischen Setting sind häufig. Geschlechtsspezifische Unterschiede könnten im höheren Alter eine geringere Rolle spielen. Der fehlende Zusammenhang zwischen depressiven und funktionellen Symptomen, aber teils bestehende Zusammenhang mit kognitiven Einschränkungen verweist auf die diagnostische Herausforderung bei altersassoziierter Multimorbidität. Die Diskrepanz zwischen auffälliger depressiver Symptomatik und wenigen dokumentierten Depressionsdiagnosen weist auf mögliche Lücken in der vorstationären Erkennung und Erfassung depressiver Störungen hin.
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Published in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 2025, Springer Medizin, Heidelberg, 2025, https://doi.org/10.1007/s00391-025-02491-9
