Neoadjuvante Chemoimmuntherapie gefolgt von einer dosis- und volumenreduzierten Chemoradiotherapie bei lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Karzinomen
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Hintergrund der Arbeit
Im Gegensatz zu HPV-assoziierten Kopf-Hals-Tumoren (KHT) ist die definitive Chemoradiotherapie (CRT) lokal fortgeschrittener nicht-HPV-assoziierter KHT weiterhin mit hoher Toxizität und verbesserbarer lokaler Kontrolle verbunden. Während die alleinige Immuntherapie in der palliativen Situation zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose führt, konnten verschiedene Phase-III-Studien zur Kombination von Radio- und Immuntherapie keine Verbesserung bezüglich der Nebenwirkungen und der lokalen Kontrolle zeigen. Die hier diskutierte Studie testet eine Deeskalation der Radiotherapie zugunsten einer intensivierten Chemoimmuntherapie.
Patienten und Methodik
In dieser einarmigen monozentrischen Phase-II-Studie wurden 36 Patienten behandelt. Nach einer neoadjuvanten Chemoimmuntherapie mit 3 Zyklen Nivolumab und Carboplatin/Paclitaxel (N + CP) wurden die Patienten auf Basis des bildmorphologischen Tumoransprechens stratifiziert. Patienten mit einer „deep response“ (über 50 %ige Tumorreduktion nach RECIST v1.1) erhielten eine deeskalierte CRT mit einer Schonung der elektiven Lymphabflusswege (entweder 66 Gy in 33 Fraktionen mit Cisplatin oder 66 Gy in 44 Fraktionen zweimal täglich und Paclitaxel, 5‑FU und Hydroxyurea [TFHX]). Patienten ohne ausreichendes Therapieansprechen erhielten die Standardtherapie (entweder 70 Gy in 35 Fraktionen mit Cisplatin oder 75 Gy in 50 Fraktionen zweimal täglich mit TFHX).
Ergebnisse
35 Patienten erhielten 3 Zyklen N + CP. Nach Neoadjuvanz zeigten 86 % der Patienten ein Ansprechen nach RECIST, 53 % zeigten eine „deep response“ und wurden mit einer deeskalierten CRT behandelt. Nach 2 Jahren gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen progressionsfreiem (69 % in beiden Gruppen) und Gesamtüberleben (deeskalierte CRT: 74 %, Standard-CRT: 79 %). Die Patienten mit deeskalierter CRT hatten signifikant weniger Akuttoxizität, wobei es keine Unterschiede in der Rate an Grad-3-Toxizität gab.
Schlussfolgerungen der Autoren der Originalarbeit
Die neoadjuvante Chemoimmuntherapie zeigte ein gutes Ansprechen. Eine deeskalierte CRT war mit einem guten Überleben und einer etwas geringeren Rate an Akuttoxizität verbunden.
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Published in
Strahlentherapie und Onkologie, 201, Springer, Berlin, Heidelberg, 2025, https://doi.org/10.1007/s00066-025-02465-1
