Fastnacht / Karneval im europäischen Vergleich
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Abstract
Der Sammelband dokumentiert Vorträge der gleichnamigen Reihe des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz, ergänzt durch kritische Reflexionen eines langjährigen Mainzer Fastnachtsaktivisten (Herbert Bonewitz). Die Einleitung beschreibt Fastnacht und Karneval als rituelle Gegenwelten mittelalterlichen Ursprungs – geprägt durch temporäre Hierarchieumkehr, Masken- und Narrenbräuche sowie zunehmende Domestizierung durch Kirche und Staat –, wobei die anhaltende Vitalität des Festes durch Wiederbelebungen und Anpassungen an gesellschaftliche Bedürfnisse betont wird. Regionale Beiträge analysieren quellenkritisch Genese, Morphologie und soziale Funktionen der Feste – etwa hierarchische Umkehr und Tierquälereien in Rom, heischebräuchliche Traditionen in Flandern/Niederlanden, bürgerliche Institutionalisierung im Rheinland (Mainz/Köln), wohltätige Narrenbräuche im alemannisch-schwäbischen Raum sowie zeremonielle Inszenierungen (z. B. Engelsflug, Festa delle Marie) in Venedig –, wobei Divergenzen in Festformen, Symbolik und Institutionalisierung hervortreten. Die Beiträge erfassen diachrone Kontinuitäten und regionale Varianten europäischer Fastnachttraditionen als Spiegel gesellschaftlicher Dynamiken
