Demografische Besonderheiten der Besucher der Sehbehindertenambulanz einer Universitätsaugenklinik

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Die vorliegende retrospektive epidemiologische Studie untersucht die demografischen und klinischen Besonderheiten der Patienten der Sehbehindertenambulanz der Universitätsaugenklinik Mainz im Zeitraum von 2017 bis 2020. Ziel der Arbeit war die Analyse alters- und geschlechtsspezifischer Ursachen der Sehbehinderung sowie die Erfassung von Sehbehinderungsgraden, Komorbiditäten, Refraktionsfehlern, verordneten Sehhilfen und sozialmedizinischen Unterstützungsmaßnahmen. Insgesamt wurden die Daten von 300 Patienten ausgewertet. Die Klassifikation der Sehbehinderung erfolgte anhand der WHO-Definition. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 69,8 ± 22,2 Jahre, wobei Frauen signifikant häufiger vertreten waren als Männer. Insgesamt waren 233 Patienten gemäß WHO-Kriterien sehbehindert oder blind. Die größte Patientengruppe bildeten Personen im Alter von über 80 Jahren. Die häufigste Ursache der Sehbehinderung war die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) mit 55,7 %, gefolgt von Glaukom (13 %), hereditären bzw. sonstigen Retinopathien (11 %), Optikusatrophie (9 %), Myopia magna (5 %) sowie diabetischer Retinopathie (3 %). Während bei jüngeren Patienten insbesondere Retinopathien und Optikusatrophien dominierten, nahm der Anteil der AMD mit steigendem Alter deutlich zu und erreichte bei Patienten über 80 Jahren 84 %. Frauen waren häufiger von AMD betroffen. Zusätzlich zeigten sich zahlreiche internistische Komorbiditäten, insbesondere arterielle Hypertonie und kardiovaskuläre Erkrankungen. Vergrößernde Sehhilfen wurden häufig verordnet bzw. lagen bereits vor, insbesondere Lupen und Bildschirmlesegeräte ( abhängig vom Sehbehinderungsgrad ). Darüber hinaus wurden Schwerbehindertenausweise sowie Ansprüche auf Blindengeld häufig erstmals im Rahmen der ambulanten Betreuung initiiert oder aktualisiert. Die Ergebnisse verdeutlichen den erheblichen Einfluss der demografischen Alterung auf die zukünftige Zunahme von Sehbehinderung und Blindheit, insbesondere durch altersassoziierte ophthalmologische Erkrankungen.

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