Einfluss unterschiedlicher Wirkmechanismen der oralen Antikoagulation auf das Rekanalisationsergebnis der mechanischen Thrombektomie bei zerebralem Großgefäßverschluss – Eine retrospektive Analyse des German Stroke Registry
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Abstract
Zusammenfassung
Hintergrund:
Die mechanische Thrombektomie (MT) ist eine wirksame Behandlungsmethode bei ischämischen Schlaganfällen mit Großgefäßverschluss. Gleichzeitig stellt die prästa-tionäre orale Antikoagulation (OAK) mit direkten oralen Antikoagulantien (DOAK), wie Thrombininhibitoren (Dabigatran) und Faktor-Xa-Inhibitoren, eine zentrale Strategie in der Sekundärprävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern dar. Es bleibt jedoch unklar, wie sich eine bestehende OAK auf die Sicherheit und Effekti-vität der MT auswirkt.
Zielsetzung:
Ziel der Arbeit war es, den Einfluss einer antikoagulatorischen Vortherapie auf die Erfolgsrate der MT, das funktionelle Outcome, sowie die periprozeduralen Komplika-tionen zu untersuchen. Dabei wurde ein Vergleich zwischen Dabigatran und
Faktor-Xa-Inhibitoren durchgeführt.
Methodik:
Es wurden retrospektiv 1.906 Patient*innen aus dem „German Stroke Registry-Endovascular Treatment“ (GSR-ET) analysiert, die aufgrund eines ischämischen Schlaganfalls mit MT behandelt wurden. Die Kohorte umfasste 146 Patient*innen mit Dabigatran und 1.760 Patient*innen mit Faktor-Xa- Inhibitoren. Analysiert wurden die prozeduralen Erfolgsraten, funktionelle Outcomes (modifizierte Rankin-Skala, mRS), Sicherheitsparameter (z. B. symptomatische intrakranielle Blutungen, sICH) und Komplikationen.
Ergebnisse:
Die Erfolgsrate der MT, gemessen am mTICI-Score (≥2b), zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen Dabigatran und Faktor- Xa-Inhibitoren. Auch in Bezug auf periprozedurale Komplikationen, wie sICH und maligne Mediainfarkte, zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Das funktionelle Outcome (mRS ≤2 nach 90 Tagen) war zwischen den beiden Gruppen vergleichbar, wobei patientenspezifische Fakto-ren wie Alter und Komorbiditäten eine wesentliche Rolle spielten. Schlussfolgerung: Eine antikoagulatorische Vortherapie mit Dabigatran oder Faktor-Xa-Inhibitoren scheint die Sicherheit und Effektivität der MT nicht wesentlich zu beeinträchtigen. Aufgrund des fehlenden Vergleichs mit einer DOAK-freien Kontrollgruppe lassen sich jedoch keine
abschließenden Aussagen über den generellen Einfluss einer OAK auf die MT tref-fen. Die höhere Rate an begleitender Thrombolyse in der Dabigatran-Gruppe sollte bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden. Weitere Studien sind notwendig, um die optimale antikoagulatorische Strategie im Kontext der MT zu defi-niere
