Dosisreduktion der elektiven Lymphabflussbestrahlung bei Kopf-Hals-Karzinomen : bereit für die klinische Routine?
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Hintergrund der Arbeit
Die Bestrahlung der elektiven Lymphabflusswege ist ein nicht unwesentlicher Faktor für die Entwicklung von Langzeitnebenwirkungen einer Bestrahlung von Kopf-Hals-Tumoren. Die hier diskutierte Studie untersucht die Sicherheit und Effektivität einer Bestrahlung mit reduzierter Dosis im elektiven Lymphabflussgebiet.
Patienten und Methodik
In die multizentrische randomisiert-kontrollierte UPGRADE-RT-Studie wurden Patienten mit neu diagnostizierten Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen im Oropharynx, Larynx oder Hypopharynx (cT2–4 cN0–2c cM0, 7. TNM-Klassifikation) eingeschlossen, die sich nicht für eine simultane Chemotherapie qualifizierten [1]. Die Patienten wurden in einem 2:1-Verhältnis (43 Gy vs. 50 Gy, jeweils in 33–34 Fraktionen, im elektiven Lymphabflussgebiet) randomisiert. Primärer Endpunkt war die normale Ernährungsfunktion nach einem Jahr, bestimmt anhand der Performance Status Scale for Head and Neck (PSS-HN), sekundärer Endpunkt die Häufigkeit von Rezidiven im elektiv bestrahlten Lymphabflussgebiet.
Ergebnisse
Zwischen 2016 und 2022 wurden 300 Patienten randomisiert, von denen 295 in die Analyse eingeschlossen wurden. Es gab keine Unterschiede zwischen den Gruppen, sowohl bezüglich des primären Endpunkts, der regulären Ernährung nach einem Jahr (Dosisreduktion: 91,6 Punkte vs. Standarddosis: 92,6 Punkte), als auch bezüglich der 2‑Jahres-Rezidivrate im elektiven Lymphabflussgebiet (Dosisreduktion: 4,9 % vs. Standarddosis: 4,3 %). In einer explorativen Analyse zeigten sich jedoch eine niedrigere Rate an höhergradiger Dysphagie und eine bessere xerostomiebezogene Lebensqualität in der Gruppe, welche die reduzierte Dosis im elektiven Lymphabflussgebiet erhalten hatte.
Schlussfolgerungen der Autoren der Originalarbeit
Die UPGRADE-RT-Studie ist die zweite randomisierte Studie, die zeigt, dass eine Dosisreduktion im Bereich der elektiven Lymphabflusswege bei der definitiven Radiotherapie von Kopf-Hals-Tumoren sicher ist.
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Strahlentherapie und Onkologie, 202, Springer, Berlin, Heidelberg, 2025, https://doi.org/10.1007/s00066-025-02473-1
