Komplikationsrate bei der Implantation künstlicher Knochendeckel nach dekompressiver Hemikraniektomie
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Abstract
Ein erhofftes selteneres Auftreten von Komplikationen und notwendigen Revisionsoperationen
bei der primären Verwendung alloplastischer Materialien konnte innerhalb unserer
Studienkohorte nicht festgestellt werden. Vielmehr ergab die Datenerhebung in Abhängigkeit
der Definition des Komplikationsbegriffes hochnormale bis leicht erhöhte Komplikations- sowie
Revisionsraten. Als Vergleichswerte herangezogen wurden hier hauptsächlich Zahlen aus
Studien, die sich mit Komplikationen und Revisionsoperationen nach Kranioplastie mittels
autologen Materials befassten, welches bis heute noch flächendeckend das Material der Wahl
primärer Kranioplastien darstellt.
Ob die primäre Verwendung allogenen Materials zu der erhöhten Komplikationsrate beiträgt,
ist als fraglich zu werten. Andere Publikationen zu dieser Thematik, beschreiben keinen vom
Material abhängigen signifikanten Unterschied der Komplikationsraten (32, 45), während die
Revisionsraten sogar als geringer beschrieben werden.(29, 47)
Als möglicher Erklärungsansatz für die erhöhten Komplikationsraten innerhalb unserer
Kohorte lässt sich die zwischen verschiedenen Studien häufig stark variierende Definition des
Komplikationsbegriffes heranführen. Dies führt zu auffällig großen Ranges der
Komplikationsraten und zu einer deutlich erschwerten Vergleichbarkeit der Studien
untereinander.(32, 45) Die Gesamtkomplikationen unserer Kohorte ergeben sich aus einer
Addition jeglicher Auffälligkeiten , die während des gesamten Follow up Zeitraums auftraten,
während sich andere Studien nur auf einzelne Komplikationen fokussieren. Dies gilt als ein
bekanntes Problem retrospektiver Studien und kann zu einer falsch hohen Komplikationsrate
führen.
Auch der vergleichsweise lange Nachbeobachtungszeitraum unserer Kohorte kann zu einer
erhöhten Komplikations-/ und auch Revisionsrate führen. Viele andere Studien beschränken
ihr Follow up auf deutlich kürzere Zeiträume. Komplikationen oder Revisionen, welche spät
auftreten, werden somit zum Teil gar nicht mehr erfasst.
Abschließend lassen sich die hochnormalen bis erhöhten Raten innerhalb unserer Kohorte
jedoch nicht definitiv erklären.
