Joseph Anton Koch und Johann Michael Wittmer : Camposantiner in Ninfa und Olevano Romano
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Der Beitrag widerlegt aus interdisziplinärer Perspektive die gängige These, die Ruinenstadt Ninfa sei erst seit den 1920er Jahren wahrgenommen worden. Er entstand im Rahmen eines vom Autor initiierten internationalen und interdisziplinären Forschungsprojekts zur Geschichte der Garten- und Ruinenlandschaft, das kunsthistorische, kulturwissenschaftliche und raumgeschichtliche Ansätze verbindet und die Entdeckung sowie künstlerische Aneignung Ninfas im langen 19. Jahrhundert untersucht. Im Zentrum der Ausführungen steht die Entdeckungsgeschichte vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die mit dem Campo Santo Teutonico in Rom eng verbundenen Künstler Joseph Anton Koch – zentrale Figur unter den deutschsprachigen Künstlern am Tiber – und seinen Schwiegersohn Johann Michael Wittmer. Zusammen mit Künstlern von Rang wie August Kopisch und Ludwig Richter wurden in der deutsch-internationalen Künstlerkolonie Olevano Romano und in Ninfa vor allem seit den 1820er Jahren neue Motive und Räume im südöstlichen Latium erschlossen. Auf Basis von Skizzenbüchern, Reiseberichten, architekturhistorischen Beobachtungen und lokalhistorischen Quellen zeigt die Studie, wie Reisende und Künstler – nicht zuletzt aus dem englischsprachigen Raum – Ninfa und die Region zwischen Genazzano, Sermoneta und Circeo zum mythisch-romantischen Sehnsuchtsort stilisierten. Analysiert werden Ruinenästhetik sowie die Rezeption mittelalterlicher Architektur im Kontext transnationaler Netzwerke; hervorgehoben wird die Bedeutung der Skizzenbücher als bislang wenig erforschter Quellentyp für künstlerische Aneignungsprozesse und motivische Übertragungen.
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Ein Schatz für die Kirche : Studien zum Verhältnis von Kirche und Kultur : Festschrift für Albrecht Weiland zum 70. Geburtstag, Dresken-Weiland, Jutta, Schnell + Steiner, Regensburg, 2025