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Authors: Klaas, Mario
Title: Qualität der Antikoagulation mit Vitamin K-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
Online publication date: 22-Jul-2021
Language: german
Abstract: Der DM2 stellt in Deutschland eine besonders im gehobenen Alter weit verbreitete und zunehmende Krankheit dar. So spielen neben Auslösern im Lifestyle und der Ernährung der Patienten genauso genetische Faktoren eine Schlüsselrolle. Somit stellt der DM2 eine große Belastung und Risiko für unser Gesundheitssystem da. Patienten mit einem DM2 weisen zudem ein höheres Risiko für TE und Blutungen auf, wenn sie unter einer OAK Therapie stehen. Ziel dieser Dissertation war es, die Qualität der Antikoagulation bei Patienten mit DM2 und seinen Subtypen im Vergleich zu Patienten ohne DM2 darzustellen, die entweder im Selbstmanagement ihre Therapie kontrollierten oder im Rahmen der medizinischen Regel Versorgung betreut wurden. Die 2011 Patienten die an der thrombEVAL-Studie teilgenommen haben, wurden zum größten Teil schon seit mehr als 4 Monaten mit dem VKA Phenprocoumon behandelt. Zur Datenerhebung wurde ein Fragebogen basiertes, standardisiertes Interview durchgeführt. 30,1% der untersuchten Patienten litten an einem DM2. Darunter gehörten 13,2% der diätetisch behandelten Subgruppe an, 38,8% der Subgruppe NIDDM und 48,0% der Subgruppe IDDM an. Die TTR lag bei DM2 Patienten im Mittel bei 66,53% und bei Patienten ohne DM2 bei 70,42%; p=0,010. Im Median war die TTR in der Subgruppe der IDDM DM2 Patienten mit 63,9 (43,6/80,4) am niedrigsten. Gefolgt von der Subgruppe der Diät DM2 Patienten mit 67,6 (49,7/82,2) und der Subgruppen der NIDDM DM2 Patienten mit 68,8 (48,2/83,4). Alle Subgruppen befanden sich außerhalb des therapeutischen Bereichs mehr im TuTTR (15,4 (2,77/33,8)) als in der ToTTR (5,62 (0/17,7)). Das Kollektiv der DM2 Patienten war im Durchschnitt ein Jahr älter als die Patienten ohne DM2. Somit wiesen die DM2 abgesehen von Neoplasien und einer ärztlichen diagnostizierten Depression eine höhere Anzahl von CVRF und Komorbiditäten auf. Besonders ausgeprägt war dieser Umstand bei der Dyslipidämie (62,9% vs. 47,2%), Fettleibigkeit (43,0% vs. 25,3%) und der KHK (50,9% vs. 35,1%). Der DM2 konnte als unabhängiger Risikofaktor für eine niedrige TTR identifiziert werden. Um die Qualität der Antikoagulation bei Patienten mit DM2 zu verbessern, muss besondere Rücksicht auf die Bedürfnisse der einzelnen Subgruppen genommen werden. Hierzu zählt besonders eine mögliche Reduktion der Polypharmazie, welche die Compliance senkt und durch Arzneimittelinteraktionen die Wirkung von VKA verändern kann. Weiterhin sollte das bereits in Deutschland integrierte Regime unterstützt werden, den VKA Phenprocoumon aufgrund seiner längeren HWS vor Warfarin zu bevorzugen. Dies erhöht die Compliance, stabilisiert den Plasmaspiegel der Medikation und führt zu einer besseren TTR. Eine weitere Verbesserung der Qualität der Antikoagulation könnte durch eine stärkere Etablierung des Selbstmanagement und eine bessere Schulung der DM2 Patienten entstehen. Eine Bessere Schulung sollte auch in Hinsicht auf die Ernährung der DM2 Patienten etabliert werden, da der Gehalt von Vitamin K in der Nahrung direkten Einfluss auf die Qualität der Antikoagulation nimmt. Ebenfalls können die Erkenntnisse aus der thrombEVAL-Studie ebenfalls wichtige Erkenntnisse zur Therapie mit NOAKS liefern, für die kein etabliertes Testsystem zur Gerinnungskontrolle vorliegt. Es werden in Zukunft weitere Untersuchungen nötig sein, um die Erkenntnisse der thrombEVAL-Studie in Hinsicht auf die niedrige Qualität der Antikoagulation bei DM2 weiter zu untermauern.
DDC: 610 Medizin
610 Medical sciences
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 04 Medizin
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-5935
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: in Copyright
Information on rights of use: http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Extent: 100 Blätter, Diagramme
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