Please use this identifier to cite or link to this item: http://doi.org/10.25358/openscience-5042
Authors: Müller, Sven
Title: Zur Syntax, Semantik und Pragmatik von Konzessivgefügen im Deutschen
Online publishing date: 18-Aug-2020
Language : german
Abstract: In der Klasse der Adverbialsätze nehmen Konzessivsätze -- [Obwohl es regnet], geht Tilda spazieren. -- in mehrfacher Hinsicht eine besondere Stellung ein: Sie unterscheiden sich formal von anderen Typen von Adverbialsätzen (z. B. Kausalsätzen oder Temporalsätzen), sie drücken eine komplexe Sachverhaltsrelation aus und für sie wird ein Bezug zu den Normalvorstellungen der Sprecherin oder des Sprechers angenommen. Die vorliegende Arbeit leistet eine integrative Analyse prototypischer Konzessivgefüge mit dem, konzessiven Subjunktor "obwohl": Sie untersucht die syntaktische Beziehung zwischen "obwohl"-Sätzen und ihren Bezugssätzen, analysiert die semantische Relation konzessivität und die Bedeutungsstruktur von Konzessivgefügen. || Die syntaktische Analyse von "obwohl"-Verb-Letzt-Sätze (Kapitel 4) weist diese als periphere Adverbialsätze aus: Sie sind in ihren Bezugssatz integriert, nehmen jedoch eine maximal hohe Basisposition ein. Auf diesen geringen Integrationsgrad lassen sich die spezifischen formalen Eigenschaften von "obwohl"-VL-Sätzen zurückführen, die diese von anderen Adverbialsätzen unterscheiden. Dabei zeigt sich, dass "obwohl"-VL-Sätze nicht in Bezugssätzen auftreten können, die als Vollzug bestimmter [-faktischer] Sprechakte (beispielsweise Direktiva) gelten. Dies wird im Rahmen der Arbeit als Zeichen für den direkten Einfluss pragmatischer Aspekte auf syntaktische Prozesse gedeutet. || Die Analyse der semantischen Relation konzessivität (Kapitel 2) stellt diese als parallele additive ( P ⋀ Q) und konditionale (P →¬ Q) Verknüpfung zweier Basispropositionen (Obwohl P, Q) dar. Ein Hauptaugenmerk der semantischen Analyse (Kapitel 5) liegt auf dem Konzessivkonditional (P →¬ Q). Die detaillierte Beschreibung der Bedeutungsstruktur von prototypischen Konzessivgefügen zeigt dabei, wie über das Konzessivkonditional ein mittelbarer Bezug zwischen Konzessivgefügen und sprecherseitigen Normalvorstellungen hergestellt wird. Dieser Bezug und die komplexe Bedeutungsstruktur von Konzessivgefügen erlaubt die Ableitung eines weiteren Bedeutungsbestandteils: Mit prototypischen Konzessivgefügen wird ausgedrückt, dass es sich bei der Äußerungswelt um eine Welt handelt, die aus Sicht der Sprecherin nicht normal ist. || Über die Betrachtung syntaktischer, semantischer und pragmatischer Charakteristika prototypischer Konzessivgefüge hinaus enthält die Arbeit einen strukturierten Überblick über weitere Ausdrucksmittel für Konzessivität im Deutschen (Kapitel 3), setzt die Konzessivrelation in ein Verhältnis zu anderen semantischen Relationen (Kapitel 2) und skizziert eine syntaktische und semantische Beschreibung der formalen und funktionalen Varianten prototypischer Konzessivgefüge. Die vorliegende Untersuchung bildet damit einen zentralen Ausgangspunkt für die weitere Forschung zu Konzessivität, konzessiven Ausdrucksmitteln und Konzessivgefügen.
DDC: 400 Sprache
400 Language
430 Deutsch
430 Germanic
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 05 Philosophie und Philologie
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-5042
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International
Information on rights of use: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/
Extent: 252 Seiten
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