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Authors: Schuster, Simon
Title: Demokratie des gehorchenden Regierens - Grundzüge einer "Verfassung der autonomen, zapatistischen Territorien"
Online publication date: 12-Jun-2018
Language: german
Abstract: Seit nun über 20 Jahren, genauer gesagt seit dem 1. Januar 1994, erprobt die zapatistische Bewegung in Chiapas, Mexiko, dem südlichsten Bundesstaat des Landes öffentlich ihre Formen der autonomen Entscheidungsfindung. Zusammen mit der zehnjährigen Konsolidierungsphase des Ejercito Zapatista de Libración Nacional (dt.: Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung, kurz: EZLN) im Untergrund blicken sie insgesamt auf über 30 Jahre intensiver Selbstorganisation zurück. Schon mit der Ersten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald vom 1. Januar 1994 forderten sie ihre Einbeziehung in die Nation und nicht Ausgrenzung und Segregation. Sie strebten für alle Bürgerinnen und Bürger des Staates Mexiko die Möglichkeit an, politischen und gesellschaftlich zu partizipieren. Ihre Vorstellungen davon, wie ein solch demokratisches Projekt aussehen könnte, versuchen sie seit dem Beginn des Aufstandes auf den zapatistischen Territorien zu etablieren und weiterzuentwickeln. Zur Grundlage ihrer demokratischen Ordnung machten sie das Prinzip des mandar obedeciendo (dt.: gehorchendes Regieren). Zudem schien bei diesem Aufstand der Begriff der Würde neben dem Grundsatz des „Eine Welt, in die viele Welten passen“ und dem „Fragenden Voranschreiten“ als Bindeglied und Grundsatz zu fungieren. So entwickelten sie ihren Anspruch, eine neue Form der Demokratie, eine indigene Demokratie zu entwickeln, eine Demokratie des gehorchenden Regierens. Wie die verschiedenen Ansätze und Prinzipien zu einander stehen und wie sie sich in den gelebten Zapatismus einpflegen, konnte von außen mangels geschriebener Verfassung jedoch nicht nachvollzogen werden. Aus einer Zusammenschau und Weiterentwicklung geschichtlicher, gesellschaftlicher, kultureller, politischer und rechtlicher Ansatzpunkte lässt sich als Ergebnis dieser umfangreichen „Charakteranalyse“ eines kollektiven Subjekts mit Hilfe des allgemeinen Staats- und Verfassungsrechts ein Entwurf einer „Verfassung der autonomen zapatistischen Territorien“ erarbeiten. Dieser wird in der Abhandlung erarbeitet und die Ergebnisse besprochen. Zudem wird die gewählte Demokratieform dem Ansatz der Demokratie nach Fasson des Grundgesetzes gegenübergestellt. Dies, weil sich die dargestellten Selbstverwaltungsstrukturen und die Gründe, warum sie von der zapatistischen Bewegung etabliert wurden, ebenso als Blaupause für die Frage nach einer Reform demokratischer Strukturen in Demokratien okzidentaler Prägung eignen.
DDC: 340 Recht
340 Law
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 03 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Place: Mainz
ROR: https://ror.org/023b0x485
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-4437
URN: urn:nbn:de:hebis:77-diss-1000020340
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: In Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Extent: IX, 402 Seiten
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