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Authors: Reitz, Stefanie Maria
Title: Context-dependent interpretation of the conjunction 'und' in different age-groups
Online publication date: 19-Dec-2013
Abstract: In contrast to formal semantics, the conjunction and is nonsymmetrical in pragmatics. The events in Marc went to bed and fell asleep seem to have occurred chronologically although no explicit time reference is given. As the temporal interpretation appears to be weaker in Mia ate chocolate and drank milk, it seems that the kind and nature of events presented in a context influences the interpretation of the conjunction. This work focuses on contextual influences on the interpretation of the German conjunction und (â andâ ). A variety of theoretic approaches are concerned with whether and contributes to the establishment of discourse coherence via pragmatic processes or whether the conjunction has complex semantic meaning. These approaches are discussed with respect to how they explain the temporal and additive interpretation of the conjunction and the role of context in the interpre-tation process. It turned out that most theoretic approaches do not consider the importance of different kinds of context in the interpretation process.rnIn experimental pragmatics there are currently only very few studies that investigate the inter-pretation of the conjunction. As there are no studies that investigate contextual influences on the interpretation of und systematically or investigate preschoolers interpretation of the con-junction, research questions such as How do (preschool) children interpret â undâ ? and Does the kind of events conjoined influence children- and adultsâ interpretation? are yet to be answered. Therefore, this dissertation systematically investigates how different types of context influence children- interpretation of und. Three auditory comprehension studies were conducted in German. Of special interest was whether and how the order of events introduced in a context contributes to the temporal read-ing of the conjunction und. Results indicate that the interpretation of und is â at least in Ger-man â context-dependent: The conjunction is interpreted temporally more often when events that typical occur in a certain order are connected (typical contexts) compared to events with-out typical event order (neutral contexts). This suggests that the type of events conjoined in-fluences the interpretation process. Moreover, older children and adults interpret the conjunc-tion temporally more often than the younger cohorts if the conjoined events typically occur in a certain order. In neutral contexts, additive interpretations increase with age. 5-year-olds reject reversed order statements more often in typical contexts compared to neutral contexts. However, they have more difficulties with reversed order statements in typical contexts where they perform at chance level. This suggests that not only the type of event but also other age-dependent factors such as knowledge about scripts influence children- performance. The type of event conjoined influences children- and adultsâ interpretation of the conjunction. There-fore, the influence of different event types and script knowledge on the interpretation process does not only have to be considered in future experimental studies on language acquisition and pragmatics but also in experimental pragmatics in general. In linguistic theories, context has to be given a central role and a commonly agreed definition of context that considers the consequences arising from different event types has to be agreed upon.
Im Gegensatz zur formalen Semantik betrachtet die Pragmatik die Konjunktion und als asymmetrisch. Die Ereignisse Marc ist ins Bett gegangen und eingeschlafen, scheinen in chronologischer Reihenfolge stattgefunden zu haben, obwohl keine explizite Zeitabfolge gegeben ist. Die temporale Interpretation drängt sich weniger stark auf in Mia hat Schokolade gegessen und Milch getrunken. Deshalb scheint die Art des Ereignisses, welches in einem Kontext präsentiert wird, einen Einfluss auf die Interpretation der Konjunktion zu haben. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf dem Einfluss von Kontext auf die Interpretation der deutschen Konjunktion und. Eine Reihe von theoretischen Ansätzen beschäftigt sich damit, ob und durch pragmatische Prozesse zur Etablierung von Diskurskohärenz beiträgt, oder ob die Konjunktion komplexe semantische Bedeutung hat. Diese Theorien werden bezüglich ihrer Erklärungen für temporale und additive Interpretationen der Konjunktion und der Rolle von Kontext im Interpretati-onsprozess diskutiert. Es stellte sich heraus, dass die meisten theoretischen Ansätze die Wichtigkeit verschiedener Kontexte für den Interpretationsprozess nicht beachten. Derzeit gibt es im Bereich der Experimentellen Pragmatik nur sehr wenige Studien, welche sich mit der Interpretation der Konjunktion beschäftigen. Da es keine Studien gibt, welche systematisch die kontextuellen Einflüsse auf die Interpretation von und untersuchen oder sich damit beschäftigen, wie Vorschulkinder die Konjunktion interpretieren, gibt es noch eine Reihe an unbeantworteten Forschungsfragen, wie beispielsweise Wie interpretieren Vorschulkin-der â undâ ? oder Beeinflusst die Art der verbundenen Ereignisse die Interpretation von Kindern und Erwachsenen? Aufgrund dessen untersucht diese Arbeit systematisch wie verschiedene Arten von Kontext die Interpretation von und bei Kindern beeinflussen. Es wurden drei auditive Studien, die Verständnis testeten, durchgeführt. Von besonderem Interesse war, ob und wie die Reihenfolge, in der Ereignisse in einen Kontext eingeführt werden, einen Einfluss auf die Interpretation der Konjunktion und hat. Ergebnisse zeigen, dass die Interpretation von und â zumindest im Deutschen- kontextabhängig ist: Im Vergleich zu Ereignissen, welche nicht typischerweise in einer bestimmten Reihenfolge stattfinden (neutrale Kontexte), wird die Konjunktion häufiger temporal interpretiert, wenn die genannten Er-eignisse typischerweise in einer bestimmten Reihenfolge stattfinden (typische Kontexte). Dies deutet darauf hin, dass die Art der verbunden Ereignisse den Interpretationsprozess beein-flusst. Des Weiteren interpretieren ältere Kinder und Erwachsene die Konjunktion häufiger temporal als die jüngeren Teilnehmer, wenn die verbundenen Ereignisse typischerweise in einer bestimmten Reihenfolge stattfinden. In neutralen Kontexten nehmen die additiven Inter-pretationen mit dem Alter zu. Fünfjährige lehnen Sätze, welche Ereignisse in umgekehrter Reihenfolge präsentieren, häufiger in typischen als in neutralen Kontexten ab. Dennoch haben sie größere Schwierigkeiten bei Sätzen mit falscher Ereignisreihenfolge, bei denen sie schein-bar zufällig antworten. Das legt nahe, dass nicht nur die Art des Ereignisses, sondern auch andere altersbedingte Faktoren, wie beispielsweise Skriptwissen, das Ergebnis der Kinder beeinflusst. Die Art der verbundenen Ereignisse beeinflusst die Interpretation der Konjunktion bei Kindern und Erwachsenen. Aus diesem Grund muss der Einfluss von Skriptwissen und verschiedenen Arten von Kontexten auf den Interpretationsprozess nicht nur in zukünftigen Studien zum Sprach- und Pragmatikerwerb berücksichtigt werden, sondern auch im Bereich der experimentellen Pragmatik im Allgemeinen. In linguistischen Theorien sollte Kontext eine zentrale Rolle einnehmen und die Forschungsliteratur muss sich auf eine allgemein akzeptierte Definition von Kontext einigen, welche die Konsequenzen, die verschiedene Ereignistypen mit sich bringen, beachtet.rn
DDC: 400 Sprache
400 Language
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 05 Philosophie und Philologie
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-3647
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: in Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Extent: 313 S.
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