Please use this identifier to cite or link to this item: http://doi.org/10.25358/openscience-3052
Authors: Leither, Elke
Title: Forstentomologische Untersuchungen an Eichen unterschiedlicher Vitalität des Pfälzerwaldes
Online publication date: 3-Dec-2004
Language: german
Abstract: Seit Beginn der Waldzustandserhebungen im Jahr 1984 verschlechterte sich der Zustand der Eiche sowohl auf Bundesebene als auch im Land Rheinland-Pfalz deutlich. 1998 konnten nur noch 5 % der rheinland-pfälzischen Eichen in die Kategorie "ohne Schadensmerkmale" eingestuft werden. Vor diesem Hintergrund ergab sich die Notwendigkeit, die biotischen Stress- und Schadfaktoren näher zu untersuchen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit lag der Fokus auf den holzbewohnenden Käfern von Traubeneichen (Quercus petraea) aus dem Pfälzerwald. Zu diesem Zweck wurden für die erste Probenserie Untersuchungsbäume aus den Vitalitätsstufen 'vital', 'geschädigt', 'ein Jahr tot' und 'zwei Jahre tot' ausgewählt und in die drei Straten Stammfuß, Kronenansatz und Derbholz unterteilt. In der zweiten Probenserie kamen keine 'vitalen' Stämme mehr zum Einsatz. Die einzelnen Proben wurden in Fasseklektoren überführt, in denen die xylobionten Käfer ihre Entwicklung beenden und schlüpfen konnten. Die erste Probenserie wurde im Herbst 1998 entnommen, die zweite Serie im darauffolgenden Herbst. Zusätzlich zu diesen Laboruntersuchungen wurden Freilanduntersuchungen mit Stammeklektoren an vier stehenden Eichen im Wald durchgeführt. Die gefangenen Tiere wurden nach Ordnungen sortiert und gezählt, die Käfer nach Möglichkeit bis zur Art bestimmt. Die Ergebnisse der ersten und zweiten Serie wurden in Abundanzen (Ind./m² Rindenoberfläche) umgerechnet, um einen Vergleich der Proben untereinander möglich zu machen. Insgesamt wurden aus den Fasseklektoren beider Serien Käfer mit einer Abundanz von 36.990 Ind./m² ausgewertet. In den Fallen der Stammeklektoren wurden insgesamt 1.487 Käfer gefunden. Den weitaus größten Teil der Käfer der Fasseklektoren stellen die Borkenkäfer (Scolytidae). Dieses Ergebnis schlägt sich auch in der Betrachtung der Dominanz der einzelnen Arten nieder. In nahezu allen Fällen gehörten die Hauptarten in die Familie Scolytidae. Der mit den Absterbeerscheinungen der Eichen in Verbindung gebrachte Prachtkäfer Agrilus biguttatus (Buprestidae) trat in deutlich geringeren Abundanzen auf. Aufgrund seiner Fraßtätigkeit (Ringelung der Larven im Kambialbereich der Bäume) gehört er aber zu den potentiell stark schädigenden Käfern. Neben A. biguttatus sind auch A. sulcicollis und die gefundenen Borkenkäfer in der Lage, vorgeschädigte und geschwächte Eichen zu befallen und noch weiter zu schwächen. Aus waldhygienischen Gründen sollten deshalb regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. Bei erkennbarem Befall sollten die betroffenen Bäume gefällt und aus dem Bestand entfernt werden. Langfristig können die Vermeidung von nicht-standortgerechtem Eichenanbau und das Anlegen von naturnahen Mischbeständen zu den waldbaulichen Maßnahmen gerechnet werden, die eine Reduktion des Infektionsrisikos zur Folge haben. Die 'ein Jahr toten' Bäume wiesen die mit Abstand höchste Abundanz an Lebendholzbesiedlern auf. Bäume, die bereits ein Jahr länger tot im Bestand standen, wurden von deutlich weniger Lebendholzbesiedlern befallen, d.h. von 'zwei Jahre toten' Bäumen ging ein potentiell geringerer Infektionsdruck aus als von 'ein Jahr toten' Eichen. Im Laufe des Verrottungsprozesses verringert sich diese Gefahr noch weiter, da die Holzfeuchte weiter abnimmt und die Lebendholzbesiedler keine Nahrungsgrundlage mehr vorfinden. Besonders die Gefahr des Neubefalls durch Agrilus von mindestens zweijährig toten Bäumen besteht kaum, weil zumindest die Larven der ersten Stadien des Prachtkäfers auf lebendes Gewebe angewiesen sind.
Since the first forest reports in 1984 the oak-situation in the Rhineland-Palatinate has been clearly degraded. In 1998, only 5 % of oaks were "without damage". It was necessary to look at the biotic and abiotic stressfactors of oaks. The focus of this investigation was on the beetles living in the timber of sessile oaks (Quercus petraea). In the first sample series (autumn 1998), trees of four different categories – 'vital', 'damaged', 'one year dead', and 'two years dead' – were felled. These treesamples were subdivided in three different segments: lower stem, upper stem, and canopy. In the second series (autumn 1999) 'vital' oaks were left out. Each sample was put in a box in the laboratory, where the beetles could complete their development and could emerge. In addition to this investigations in the laboratory, beetle-samples of four different trees in the forest were taken. All caught animals were sorted and counted, the beetles were determined. To compare the different samples, all results were calculated for 1 m² of bark surface. A total amount of 36.990 specimen/m² emerged from the oak samples in the laboratory, 1.487 specimen/m² were caught in the forest. The bark beetles (Scolytidae) account for most of the beetles. The buprestid beetle Agrilus biguttatus which is discussed in a causal relationship with oak decline was found in much lower abundances. Because of the girdling of its larvae it is a pest with a great impact of oak health. In addition to this, A. biguttatus, A. sulcicollis and the bark beetles are able to colonise and to weaken the trees. Because of this dangers, forests should be controlled at regular intervalls. Infested trees should be marked and probably choped down. To reduce the risk of infections and damages because of beetles in the long run, mixed stocks should be planted. The living-wood colonisers emerged mainly from the 'one year dead' trees. 'Two years dead' oaks were colonised less by living-wood colonisers. Therefore there were clearly less danger from the 'two years dead' oaks. During the rotting process the danger minimises because the rate of humidity decreases. The living-wood colonisers which depend on a nutrition with a relatively high humidity couldn't hatch under these conditions. Especially the danger of a A. biguttatus colonisation of the tree is very low because at least the first instars depend on living tissues.
DDC: 570 Biowissenschaften
570 Life sciences
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 10 Biologie
Place: Mainz
ROR: https://ror.org/023b0x485
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-3052
URN: urn:nbn:de:hebis:77-6395
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: In Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
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