Please use this identifier to cite or link to this item: http://doi.org/10.25358/openscience-2324
Authors: Bös, Markus
Title: „Abgeschoben in die Marginalität“ - Eine empirische Untersuchung zur problematischen Eingliederung der wegen Straffälligkeit aus Deutschland abgeschobenen türkischen Staatsangehörigen in der türkischen Gesellschaft
Online publication date: 19-Jan-2011
Language: german
Abstract: Die vorliegende Arbeit zeigt anhand von Einzelfällen, welche Probleme und Folgen eine Ausweisung und/oder Abschiebung von kriminell gewordenen Angehörigen der sogenannten zweiten Generation türkischer Staatsangehöriger im Hinblick auf deren Eingliederung in die türkische Gesellschaft mit sich bringt.\r\nDem Bereich der Ausweisung und/oder Abschiebung – beides Formen von Zwangsmigration – ausländischer Staatsangehöriger in ihr Herkunftsland wurde bislang im weiten Feld der Integrationsforschung kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht anders verhält es sich in der politischen und öffentlichen Diskussion, wenn es um die „Entfernung“ kriminell gewordener Ausländer, die mitunter in Deutschland geboren und aufgewachsen sind oder sich bereits viele Jahre in der Bundesrepublik aufhalten, aus dem Bundesgebiet geht. Bei dieser Diskussion wird zwar die Bestrafung kriminell gewordener Ausländer mittels Ausweisung und/oder Abschiebung vorschnell befürwortet, besonders in solch spektakulären Fällen, wie in dem des Jugendlichen Muhlis Arı, genannt „Mehmet“ oder in dem des als „Münchner U-Bahn Schläger“ bekannt gewordenen Serkan. Die weitreichenden Folgen für den Einzelnen werden in der Regel jedoch nicht tiefergehend betrachtet.\r\nDeshalb steht im Zentrum dieser Arbeit die Frage, wie sich die Eingliederung von in Deutschland geborenen und hier aufgewachsenen Nachkommen der „Gastarbeiter“-Generation sowie später nachgeholter Kinder im Anschluss an eine Ausweisung und/oder Abschiebung in die türkische Gesellschaft gestaltet. Die theoretische Grundlage der Untersuchung bilden vier theoretische Konzepte zu Integration, Fremdheit und Marginalität. Dabei handelt es sich um die „Integrationstheorie“ von Hartmut Esser, das Konzept des „bleibenden Fremden“ von Georg Simmel, das des „einwandernden Fremden“ von Alfred Schütz sowie um das Konzept des „marginal man“ von Robert E. Park. Auf Basis dieser vier theoretischen Konzepte und der Auswertung des erhobenen empirischen Datenmaterials wird deutlich, dass hohe soziale Barrieren auf Seiten der Mitglieder der türkischen Aufnahmegesellschaft, mangelnde integrationsförderliche Opportunitäten, aber auch eine geringe Motivation auf Seiten der Betroffenen zur Aufnahme integrationsförderlicher Handlungen eine Integration verhindern. Die von Ausweisung und/oder Abschiebung Betroffenen sind letztlich dazu gezwungen, dauerhaft ein Leben am Rande der Gesellschaft in der Marginalität zu führen.\r\n
This work shows on the basis of some cases the problems people of Turkish nationality (members of the so-called second generation) are confronted with after being expelled from Germany as a result of having committed crimes.\r\nIn the wide field of Integration Research there is hardly no research work as far as the “reintegration“ of banished foreign citizens into their home country is concerned.\r\nAlso the political and public discussion has not given a great deal of attention to that field. In public people are quick in demanding expulsion as punishment for criminal foreigners. Examples are found in that spectacular cases of that youngster Muhli Arı, called „Mehmet“ or Serkan, known as the „tough“ in the Munich underground railway. However the seroius consequences going along with an expulsion for these individuals are not at all considered.\r\nTherefore the centre of this dissertation deals with the question of how these criminals (who are either born in Germany or later brought to Germany to complete their families) get integrated into the Turkish society after their expulsion. The research is based on four theoretical concepts regarding integration, strangeness and marginality. One of them is Hartmut Esser‘s theory concerning “Integration“, other ones are Georg Simmel‘s and Alfred Schütz‘s concepts of “The Stranger“, the last is Robert E. Park‘s “Marginal Man“.\r\nThe four concepts and the analysis of the empirical data show that on the one hand high social barriers are put up by the members of the Turkish society which are not leading to opportunities to improve integration. On the other hand there is little motivation on the side of the expelled individuals themselves to do something for their integration. Finally all that prevents integration and forces those people affected by banishment to live perpetually isolated on the margins of the Turkish society.\r\n
DDC: 300 Sozialwissenschaften
300 Social sciences
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 09 Chemie, Pharmazie u. Geowissensch.
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-2324
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: in Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Extent: 254 S.
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