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Authors: Choi, Gowon
Title: Die Universalität der Hermeneutik
Online publication date: 19-Aug-2008
Language: german
Abstract: In dieser Dissertation Die Universalität der Hermeneutik wurde die folgenden zwei Fragen behandelt: Erstens: kann die Psychoanalyse - konkreter gesagt, die Übertragungssituation in dem szenischen Verstehen - eine Ausnahme von der Universalität der Hermeneutik darstellen? Zweitens: ist kritische Reflexion überhaupt moglich?, und konnen die Universalität der Hermeneutik und die kritische Reflexion miteinander in Übereinstimmung gebracht werden? Durch das szenische Verstehen erlautert Habermas den Vorgang, wie die Umgangssprache des Patienten von dem Analytiker analysiert wird. Zumal in der Übertragungssituation ist der Gegenstand des Symptoms des Patienten nichts anderes als der Analytiker selbst, und demzufolge kann der Analytiker selbst dann an dem Symptom seines Patienten teilnehmen. Durch diese Teilnahme kann er die Bedeutung des Symptoms seines Patienten genau erfassen. Aber wenn der Analytiker nicht das Unbewusste, das sein Patient ihm offenbart, umgangssprachlich akzeptiert hätte, oder anders gesagt, wenn das Unbewusste des Patienten sich dem Analytiker nicht als "ein Gesagtes" gezeigt hätte, hätte der Analytiker auf keinem Fall daraus etwas erfassen können. Infolgedessen kann die Psychoanalyse nicht das Gegenbeispiel fur die Universalität der Hermeneutik werden. Damit die kritische Reflexion möglich wäre, müssten vor allem unser Bewusstsein und die Sprache voneinander getrennt werden. Deswegen wurde in dieser Arbeit behauptet, dass sie - obwohl es in der Tat selbstverstandlich unmöglich ist - aber sehr wohl rein begrifflich gesehen voneinander getrennt und unterschieden werden können. In diesem Fall kann das Einflussverhältnis zwischen der Sprache und den außersprachlichen Faktoren in das Einflussverhältnis zwischen der "Arbeit und Herrschaft" und der Sprache und unserem Bewusstsein, unterteilt und differenziert werden: Arbeit und Herrschaft übt auf die Sprache Einfluss aus, und die Sprache übt auf unser Bewusstsein Einfluss aus. Und mit der Tatsache, dass die Praxis des Verstehens verändert wird, kann man beweisen, dass unser Bewusstsein auf die Arbeit und Herrschaft Einfluss ausüben kann. Und das bedeutet, dass unser Bewusstsein, obwohl es nur mittelbar ist, auf jeden Fall auch auf die Sprache Einfluss ausüben kann. Infolgedessen, wenn die Universalität der Hermeneutik gültig ist, kann man auch sagen, dass auf dieselbe Weise, die kritische Reflexion Habermas´ möglich ist. Und diese Einflussverhältnisse sind aber in dauernder Zirkulationsbewegung. Und diese Zirkulationsbewegung an sich ist das Wesen des Menschen, und daraus bildet sich seine Geschichte.
In this dissertation the universality of the hermeneutics were mainly treated the following two questions: First: can the psychoanalysis - specifically, the transference situation in the scenic understanding - show an exception to the universality of the hermeneutics? Second: is the critical reflection generally possible? Then, can the universality of the hermeneutics be brought in correspondence with the critical reflection? Habermas explains, based on the scenic understanding, the process how the colloquial language of the patient is analyzed by the analyst. Especially, in the transference situation, the object of the patient´s symptom is nothing else than the analyst himself. Therefore, the analyst can take part in the symptom of his patient. By this participation, he can exactly comprehend the meaning of the symptom of his patient. But if the analyst had not accepted the unconscious, which his patient reveals, colloquially, in other words, if the unconscious of the patient had not appeared to the analyst as "ein Gesagtes", the analyst on no case could have comprehended something from it. Consequently, the psychoanalysis cannot become the counterexample of the universality of the hermeneutics. The critical reflection would be possible only if our consciousness and the language were separated from each other. It was proposed, in this dissertation, that those two can be separated and distinguished from each other in conceptual realm, although it is impossible, indeed, in practice. When they are separated, the influence relation between the language and the extra-linguistic factors can be further differentiated into the influence relation among the "work and rule", the language, and our consciousness: Work and rule exercises influence on the language, and the language exercises influence on our consciousness. And based on the fact that the practice of the understanding can be changed, one can prove that our consciousness can exercise influence on the work and rule. And this means that our consciousness, although it is only indirect, can exercise influence anyway also on language. Consequently if the universality of the hermeneutics is valid, one can also say that in the same way, the critical reflection of Habermas is possible. And the circle of influence among three realms - the work and rule, the language, and our consciousness - is perpetual. This perpetual circle of influence indeed defines the substance of human being, and from this circle comprises the history of human being.
DDC: 100 Philosophie
100 Philosophy
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 05 Philosophie und Philologie
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-2187
URN: urn:nbn:de:hebis:77-17141
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: in Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
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