Please use this identifier to cite or link to this item: http://doi.org/10.25358/openscience-1958
Authors: Krizanovic, Andelka
Title: Beyond the post-colonial: comic effects in British migrant fiction
Online publication date: 5-Feb-2016
Language : english
Abstract: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Humor in der britischen Migrantenliteratur. Gegenstand der Untersuchung sind Erzählmechanismen, die komisches Potential besitzen und die Erzählweisen in den Primärtexten (Meera Syalʼs Anita and Me, Hanif Kureishiʼs The Buddha of Suburbia und Zadie Smithʼs White Teeth) stark prägen. Die Dissertation wendet sich insbesondere gegen Interpretationsansätze aus der postkolonialen Perspektive, die die Rezeption aller drei Werke dominieren. Demnach seien ihre Darstellungen von Rassismus, Ethnizität und hybriden Identitäten ein Ausdruck post-kolonialen Widerstandes gegen die hegemoniale Mehrheitskultur. Auch der Humor in den vorliegenden Texten wird zumeist aus der post-kolonialen Sicht heraus interpretiert: Der teils beißende Spott der Erzählfiguren wende sich gegen neo-koloniale Strömungen im heutigen multikulturellen Großbritannien und gegen alle Versuche, rigide Identitäten und Kulturen zu propagieren. Die Autorin setzt sich mit just diesen Postulaten auseinander. Mit Hilfe eines theoretischen Gerüsts zu Humor in literarischen Texten analysiert sie komische Effekte in der britischen Migrantenliteratur und untersucht, in welchem Licht post-koloniale Postulate dadurch tatsächlich erscheinen. Textanalysen zeigen, dass sich die obigen Lesarten nicht aufrecht erhalten lassen. Dies ist vor allem der Komplexität des Humors als erzählerisches Mittel geschuldet. Es ist festzustellen, dass beispielsweise der Rassismus in den Romanen allgegenwärtig ist. Doch erst die humoristische Erzählweise offenbart, dass keiner der Protagonisten, seien sie nun weiße Briten oder Migranten der ersten oder zweiten Generation, vor rassistischem Gedankengut gefeit ist. Rassimus ist nur eine menschliche Disposition bzw. Schwäche von vielen, die alle Charaktere besitzen und die der Humor für den Leser zutage fördert. Post-koloniale Dichotomien wie etwa Täter/Opfer werden der Komplexität der Darstellungen rassistischen bzw. ethnozentrischen Gedankenguts nicht gerecht. Ähnlich kritisch verhalten sich die Primärtexte mittels Erzählkomik auch zum im post-kolonialen Diskurs oftmals verherrlichten Konzept der hybriden Identität als der anzustrebenden Lebensform, die fest determinierte Identitätsmerkmale wie Kultur, Ethnie oder Religion konterkariert. Komische Effekte in den drei vorliegenden Romanen legen jedoch offen, dass Hybridität mit Vorsicht zu genießen ist: Alle Charaktere finden ihre in sich gebrochenen, fließenden Identitäten als einen unerträglichen Zustand, der sich nur durch den Rückfall in festgefahrene, traditionelle und teils fundamentalistische Weltsichten aufheben lässt. Vielmehr wird mittels Humor eine humanistische Weltsicht propagiert und universelle, menschliche Eigenschaften (und Schwächen), die alle Charaktere ausnahmslos besitzen, offen gelegt und kommentiert. Dieser humanistische, universelle Ansatz stellt die Ausrichtung aller drei Romane dar: beyond the post-colonial.
The object of this study is humour in British migrant fiction. The dissertation analyses narrative strategies with comic potential that dominate the narrative voices in Meera Syalʼ Anita and Me, Hanif Kureishiʼs The Buddha of Suburbia and Zadie Smithʼs White Teeth. The main focus lies on the critique of post-colonial interpretations of humour that dominate the reception of the three aforementioned novels. With the help of a theoretical grid that examines comic effects in literary texts, the author investigates how post-colonial ideas are represented in Anita and Me, The Buddha of Suburbia and White Teeth. What the textual analysis of comic effects shows is that post-colonial postulates come under comic attack in British migrant fiction. Racism, for instance, is omnipresent; however, it is exposed as a human trait immanent to all characters beyond race, religion, ethnicity or gender – a fact that juxtaposes post-colonial dichotomies such as perpetrator/victim or dominant majority culture vs. marginalised ethnicities. Similarly, hybridity as a concept celebrated within the post-colonial discourse becomes a target of scorn and critique in British migrant writing. Instead, what the novels expose with the help of comic effects are human traits and weaknesses, thus proposing a humanist and universalist perspective that goes beyond the post-colonial.
DDC: 820 Englische Literatur
820 English and Old English literatures
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 05 Philosophie und Philologie
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-1958
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: in Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Extent: 251 S.
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