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Authors: Pliushch, Iuliia
Title: Self-deception within the predictive coding framework
Online publishing date: 25-Oct-2016
Language : english
Abstract: In der Arbeit entwickele ich die Oberton Theorie der Selbsttäuschung. Zuerst argumentiere ich dafür, dass eine zufriedenstellende Theorie der Selbsttäuschung den Parsimonitätsansprüchen genügen sollte, Selbsttäuschung von anderen Phänomenen abgrenzen sollte, die Art der Verletzung der Einheit unserer kognitiven Prozesse erklären sollte, sowie der Phänomenologie der Selbsttäuschung gerecht sein sollte (siehe erstes Kapitel). Aus Parsimonitätsgründen verteidige ich die These, dass das Explanandum der Selbsttäuschung das spezifische Verhalten und das phänomenologische Profil ist, anstatt dass inneren Zustände für Selbsttäuschung als notwendig oder hinreichend angenommen werden müssen. Zuerst stelle ich das verhaltensbasierte (Inkonsistenz + Rechtfertigung als Merkmale) und phänomenologische (Unbehagen + Einsicht als Merkmale) Profil vor. Demnach verfeinere ich dieses sukzessiv: Ich vertrete die These, dass dieses Unbehagen als metakognitives Gefühl verstanden werden kann, dass etwas beim Informationsverarbeitungsprozess schiefgegangen ist. Ferner habe ich kontrafaktisches zielgerichtetes Streben zum phänomenologische Profil hinzugefügt, das man nicht nur negativ als Unbehagen, einen bestimmten Gedankengang zu verlassen, verstehen könnte, sondern auch positiv als den Drang, den Gedankengang weiterzuführen. Das phänomenologische Profil ist insofern wichtig, als dass es erlaubt, zwischen zwei Arten der Selektion, durch die Selbsttäuschung gewonnen werden kann, zu unterscheiden: der Selektion des epistemischen Gedankengangmodells und der Selektion des Welt-/Selbstmodells des Selbsttäuschers. Im ersten Fall erlangt nur die phänomenologische Signatur des Wissens transparenz, während im zweiten Fall – die durch den Gedankengang erworbene Einstellung als Ganzes. Die konstruktion des epistemischen Gedankengangmodells ist am besten durch das Delphinmodell der Kognition zu beschreiben: Subpersonale kognitive Prozesse sind einer Gruppe von Delphinen ähnlich, die unter der Wasseroberfläche schwimmen. Auf der Wasseroberfläsche – dem epistemischen Gedankengangsmodell – folgt der Inhaber dieses Modells (der Denker) für gewöhnlich nur einem Gedankenpfad und merkt den Wechsel von einem zum anderen Pfad seltener, als es angenommen wird (siehe zweites Kapitel). In Bezug auf die Funktion der Selbsttäuschung schlage ich vor, dass sie sich zuerst als Mittel zur Verteidigung gegen die Angst vor dem Tod (Ajit Varki & Danny Brower’s Hypothese) entwickelt hat und im Laufe der Veränderung des sozialen Kontextes die Funktion, andere zu täuschen (Robert Trivers‘ Hypothese) im (beschränkten Maße) angenommen hat (siehe drittes Kapitel). Im letzten Kapitel wende ich die Analysewerkzeuge, die predictive coding bietet, um die zwei Arten der Selektion, durch die Selbsttäuschung hervorgerufen werden kann, zu beschreiben. Hier entwickele ich die Oberton Theorie der Selbsttäuschung, deren Grundgedanke wie folgt aussieht: Während eines Gedankenganges existierend auf der subpersonalen Ebene mehrere Hypothesen, die gleichzeitig getested werden und die sich zueinander wie Obertöne der Basisfrequenz eines Tons verhalten (Musiktheorie). Die Basisfrequenz ist die, die in das epistemische Gedankengangsmodell, oder das phänomenale Selbstmodell inkorporiert wird. Das Abwechsel einer Basisfrequenz durch eine andere fällt einem Denker normalerweise nicht auf und, folglich, fällt ihm auch nicht das auf den entpsrechenden Geadnkengängen basierte inkonsistente Verhalten auf. Ich elaboriere weiterhin, dass bei Selbsttäuschern ständig neue Hypothesen aufgestellt und erforscht werden, anstatt dass der Sachverhalt eindeutig geklärt wird, indem Hypothesen widerlegt werden (siehe viertes Kapitel).
In this thesis I develope an overtone theory of self-deception. I argue that a satisfying theory of self-deception has to be parsimonious, demarcate self-deception in a proper way, explain which kind of disunity violates which kind of unity (this is the enigmatic part about self-deception) and be truthful to the phenomenology of the self-deceiver (chapter 1). For parsimony reasons I come to the conclusion that the behavioral (inconsistency + justification) and phenomenological (tension + insight) profile is the explanandum of self-deception. It is the phenomenological profile, I argue, that can distinguish between the kinds of selection that has brought about self-deception: epistemic agent model selection or world/self-model selection. In the first case only the signature of knowledge has become transparent, while in the latter – the whole attitude. The construction of the epistemic agent model has been described by the dolphin model of cognition: subpersonal cognitive processing is like a group of dolphins traveling below the surface. On the surface (our epistemic agent model) the agent usually follows only one dolphin’s trail and often does not notice changes to the trail (chapter 2). As for the function that self-deception has, both deception of others (Robert Trivers’ idea) and denial of death (Ajit Varki & Danny Brower’s idea) are plausible, but even more the combination of both: the distinction between self and other is central to both and the combination can account for why often we are not deceived by the self-deception of others(and why self-deceivers have to justify their self-deception in front of observers) on the one hand and why self-deception seems so important for our self-esteem. The combination would look as follows: self-deception, by which self-esteem is upheld, evolved as a means against anxiety of death and has then developed an addition function – that of other deception. Thus,it is not always the case the others do not notice one’s self-deception (and are successfully fooled), so that self-deceivers have to justify their self-deceptive attitudes (chapter 3). Lastly, I applied predictive coding tools to for conceptual analysis of the two kinds of selection by which self-deception can be acquired (chapter 4). Here I presented the overtone theory of self-deception: self-deceivers might develop several hypotheses to test in parallel, which are like overtones to the basic frequency of a (music) tone. They do not notice the switches in epistemic agent or world/self-model selection that happen and, thus, do not realize when they behave inconsistently. I argued that self-deceivers are caught in constant exploration as an alternative to disambiguation.
DDC: 100 Philosophie
100 Philosophy
Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Department: FB 05 Philosophie und Philologie
Place: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-1036
Version: Original work
Publication type: Dissertation
License: in Copyright
Information on rights of use: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Extent: 360 Seiten
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