Lernen mit historischen Perspektiven im Geschichtsunterricht - eine qualitativ-empirische Studie zu den Vorstellungen und Überzeugungen angehender und ausgebildeter Lehrpersonen
Loading...
Date issued
Authors
Editors
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
Reuse License
Description of rights: CC-BY-SA-4.0
Abstract
Das Lernen mit und über historische Perspektiven gehört bundesweit und international zu den Lernzielen und Kernkompetenzen vieler Lehrpläne. Zugleich sehen sich Lehrkräfte im Hinblick auf die Förderung des Lernens mit historischen Perspektiven in ihrer alltäglichen Unterrichtsplanung vor Herausforderungen gestellt. Denn sowohl in den Lehrplanvorgaben der Länder als auch in der geschichtsdidaktischen Theoriebildung finden sich unterschiedliche Definitionen dieser Lernprozesse (z.B. „Fremdverstehen“, „historische Perspektivübernahme“).
Fokus dieser Studie ist die Analyse der Vorstellungen und Überzeugungen angehender und ausgebildeter Lehrkräfte zum Lernen mit und über historische Perspektiven. Ausgehend von der fachdidaktischen Theoriebildung wird der Untersuchungsgegenstand dieser Studie, das „historisch-perspektivische Lernen“, definiert, der empirische Stand der Forschung dargestellt sowie die curricularen Vorgaben charakterisiert. Die Forschungsfrage wird mittels einer qualitativen Interviewstudie beantwortet. Jeweils sechs rheinland-pfälzische Gymnasiallehrkräfte vier unterschiedlicher Erfahrungsstufen wurden befragt.
Die qualitative Inhaltsanalyse der Interviews ergab, dass es erfahrungsgruppenübergreifende Beliefs gibt, die eine Typenbildung zulassen: schüler:innenorientiert, gesellschaftspolitisch-orientiert, fachorientiert, kompetenzzielorientiert. Zugleich zeigten sich erfahrungsgruppenspezifische Überzeugungen. Letztere scheinen im Verlauf des Professionalisierungsprozesses einem Wandel zu unterliegen und das Belief-System differenziert sich aus. Anhand des Samples zeigte sich jedoch ein hoch individueller Verlauf der Entwicklung der Belief-Systeme. Es kommt beispielsweise zu einer individuellen Gewichtung geschichtsdidaktischer und geschichtstheoretischer Aspekte, wobei diese wie auch fachspezifische und fachunspezifische Überzeugungen eng miteinander verquickt sind.
