Retrospektive, bizentrische, klinische Nachuntersuchung des Straumann-BLX-Implantatsystems
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Abstract
Dentale Implantate sind aus der modernen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken. Die Firma Straumann hat zu diesem Zweck für das Sofortimplantationskonzept das BLX-Implantatsystem entwickelt. Die Überlebensrate dieser Implantate an der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie - Plastische Operationen der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie einer zahnärztlichen Praxis in Bad Soden wurde in Hinblick auf patientenspezifische Parameter, Implantatparameter und chirurgisches Vorgehen hin untersucht. Ebenfalls wurden röntgenologisch sichtbare Änderungen der marginalen Knochenhöhe erfasst.
Material und Methoden
Der Operationsplan der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie- plastische Operationen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie der Praxis in Bad Soden wurde im Zeitraum von 2018 bis 2021 auf Implantationen des BLX-Implantatsystems durchsucht, patientenspezifische, implantatspezifische sowie operationsspezifische Parameter analysiert und in Bezug zur Überlebensrate gestellt. Zudem wurde die radiologisch sichtbare, marginale Knochenhöhe idealerweise postprothetisch sowie in der 1-Jahres Verlaufskontrolle ermittelt und die Differenz analysiert.
Ergebnisse
Als statistisch signifikant für das Implantatüberleben, auch nach Bonferronikorrektur, wurden der Implantatdurchmesser, die Antibiotikagabe, der Zeitpunkt der Augmentation (ein- oder zweizeitig) sowie das Auftreten einer Periimplantitis im Behandlungsverlauf identifiziert. Es stellte sich keine Art, Dauer und kein Präparat der Antibiose einem anderen Konzept gegenüber überlegen dar.
Die einzeitige Augmentation war in dieser Untersuchung dem zweizeitigen Vorgehen signifikant überlegen.
Andere untersuchte Zusammenhänge wiesen keine oder, nach Korrekturverfahren, keine statistisch signifikanten Zusammenhänge mehr auf.
Die Überlebensrate liegt mit 94,2% bei ähnlichen Werten wie vergleichbare Studien, der marginale Knochenabbau im Mittelwert bei 0,17mm mit einer Standartabweichung von 0,5mm, teilweise ist auch ein Knochenzuwachs zu verzeichnen.
Diskussion
Die festgestellten Zusammenhänge decken sich in weiten Teilen mit der bereits vorliegenden Datenlage oder können mit der Zusammensetzung des Patientenkollektivs in der Stichprobe erklärt werden. Einzig der Implantatdurchmesser wurde in keiner der zugrundeliegenden Quellen als relevanter Risikofaktor für einen Implantatmisserfolg im Sinne eines Verlustes identifiziert. An dieser Stelle sei einzuwenden, dass die Stichprobe recht klein und das Patientenklientel aufgrund der Überweiserfunktion der Universitätsmedizin nicht als repräsentative Stichprobe gelten kann. Mit 40 Monaten ist der Nachbeobachtungszeitraum der Implantate nicht so hoch wie in anderen Studien, daher ist die Beurteilung der marginalen Knochenhöhenänderung nur vorsichtig zu treffen. Insgesamt stellt sich das BLX-System in diesem Zusammenhang als gutes Implantatsystem dar, das seinem Indikationsgebiet entsprechend zur oralen Rehabilitation als Alternative zu anderen Implantatsystemen eingesetzt werden kann.
