Neue Definition eines Frühwarn-Alarms vor Abfall der Sauerstoffsättigung bei Kindern < 2 Jahre beim Oxygen Reserve Index (ORI)

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Die Überwachung der Oxygenierung ist eine der wichtigsten Aufgaben des Anästhesisten während einer Narkose. Der aktuelle Goldstandard ist die Bestimmung der peripheren Sauerstoffsättigung mit Hilfe eines Pulsoxymeters. Allerdings kann die SpO2 ab einem Wert von 100 % keine Aussage mehr über die Entwicklung einer Hyperoxie treffen. Die einzige Alternative ist die Bestimmung des Sauerstoffpartialdrucks in einer BGA. Dieser Wert ist allerdings nicht kontinuierlich bestimmbar und bedeutet für den Patienten bei jeder Messung einen Blutverlust. Ebenfalls gibt es keinen Alarm, der den Kliniker vor einer drohenden Entsättigung warnt. Der neue Oxygen Reserve Index (ORI) ermöglicht mit einem zusätzlichen Pulsoxymeter mit Klebesensor, den Bereich der Oxygenierung jenseits von paO2-Werten von 100 mmHg, mit einem dimensionslosen Wert zwischen 0 und 1, darzustellen. Außerdem wird dem Anwender, durch eine Alarmierung des ORI-Wertes, ein drohender Abfall der Sauerstoffsättigung angezeigt. Gerade bei Kindern unter zwei Jahren wäre eine Implementierung dieser zusätzlichen Überwachungsmöglichkeit von Vorteil, da er eine kontinuierliche, nicht invasive Überwachung ermöglicht und den Anästhesisten früher vor einer Entsättigung warnt. Die Anwendung von ORI konnte bereits in einigen Studien bei Erwachsenen nachgewiesen werden. Allerdings fehlen bei Kindern und Neugeborenen noch aussagekräftige Ergebnisse. 100 Kinder unter zwei Jahren konnten mit Hilfe des neuen Pulsoxymeters gemessen werden. Sie zeigten eine breite Verteilung von Alter (0 bis 21 Monate), Gewicht (2 bis 13 kg) und Größe (40 bis 93 cm). Alle drei bestehenden ORI-Alarm-Definitionen konnten auch an diesem jungen Patientenkollektiv rechtzeitig vor einer drohenden Entsättigung warnen. Im besten Fall gelang dies durch den vom Hersteller vorgegebenen Alarm im Median 52 Sekunden vor einem Abfall der Sättigung von mind. 2 %. Allerdings konnte bei der Analyse der Fehlalarme, kein zufriedenstellender und klinisch verlässlicher Wert für Sensitivität (im besten Fall 54,6 %) und PPV (im besten Fall 30,8 %) ermittelt werden. Aufgrund dieser Tatsache erfolgte eine Exploration einer besseren Definition eines Frühwarn-Alarms für Kinder unter zwei Jahren beim Oxygen Reserve Index (ORI). Der neue Alarm wurde so definiert, dass er alarmierte, wenn mindestens einer der vorher bestehenden Alarm-Definitionen ausgelöst wurde. So konnten insgesamt mehr korrekte Alarme (1241) ermittelt werden. Durch die Kombination der bestehenden Alarme konnte im Median 50 Sekunden vor einem Abfall der SpO2 gewarnt werden. Nach der Betrachtung der Fehlalarme ergab sich eine Sensitivität von 55,9 % und ein PPV von 21,8 %. Es gelang durch die neue Definition, weder eine Verlängerung der Frühwarn-Zeit noch eine Verbesserung von Sensitivität und PPV. Der neue ORI-Alarm kann also frühzeitig vor einem Abfall der Sättigung warnen, allerdings führte er zu keiner Verbesserung der Warnzeit und produzierte insgesamt zu viele Fehlalarme, um als verlässlicher neuer Parameter bei der Narkose von Kindern unter zwei Jahren implementiert zu werden.

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