Die chirurgische Therapie instabiler und potenziell instabiler Läsionen des multiplen Myeloms/Plasmozytoms der Wirbelsäule

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Das MM ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, die häufig mit knochenzerstörenden Prozessen einhergeht und die Schmerzen, pathologische Frakturen und neurologische Defizite verursachen kann (13, 72, 89). Dabei spielt die chirurgische Therapie eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Behandlung instabiler oder potenziell instabiler Wirbelkörperfrakturen wie auch bei drohender oder bestehender neuraler Kompression. Durch die vorliegende Arbeit konnte die Bedeutung der chirurgischen Therapie bei MM assoziierten Wirbelsäulenläsionen verdeutlicht werden, da sie bei der Mehrheit der behandelten Fälle zu einer signifikanten Schmerzlinderung und Verbesserung neurologischer Defizite führte. Ein Zusammenhang zwischen dem präoperativen SINS-Wert und der postoperativen Schmerzreduktion verdeutlicht die Bedeutung einer präzisen Einschätzung der spinalen Instabilität bei der Therapieplanung. Zwar kann es bei der chirurgischen Stabilisierung zu Beginn zu Einschränkungen durch postoperative Schmerzen kommen, auf lange Sicht führt dies aber oftmals zu einer Wiederherstellung oder Erhaltung der Mobilität. Bei ca. 16 % der Fälle kam es zu postoperativen Komplikationen; selten waren diese jedoch schwerwiegend und konnten auch in allen Fällen erfolgreich behandelt werden. Dadurch wird die Effektivität eines multidisziplinären peri- und postoperativen Managements verdeutlicht, wodurch auch die rechtzeitige Fortsetzung der Systemtherapie ermöglicht wurde. Auch wenn die Ergebnisse der Studie aussichtsreich erscheinen, sind Limitationen zu erkennen. Dies ist der Fall bei der Stichprobengröße, der monozentrischen, retrospektiven Datenerhebung und beim Fehlen standardisierter Instrumente zur Messung von Lebensqualität und Schmerzintensität. Zusätzlich schränkt die kurze Nachbeobachtungszeit die Bewertung langfristiger Therapieeffekte ein. Zusammenfassend betont diese Arbeit die essenzielle Rolle der chirurgischen Therapie bei MM-assoziierten Wirbelsäulenläsionen. Die Resultate zeigen, wie die klinische Entscheidungsfindung und die Versorgung der Patientengruppe verbessert werden können. Jedoch sind weiterhin Studien mit größeren Kollektiven, längeren Follow-up-Perioden und standardisierten patientenorientierten Messmethoden notwendig, um die Langzeitwirkung chirurgischer Interventionen umfassender evaluieren zu können.

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