Immunadsorption bei rheumatischen Autoimmunerkrankungen : eine alternative Therapieoption
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Hintergrund
Systemisch entzündliche rheumatische Erkrankungen gehen häufig mit einer hohen Morbidität und teils schweren chronischen Verläufen einher. Sie erfordern frühzeitige und effektive Behandlungsstrategien, um irreversible Schäden zu verhindern. Eine medikamentöse Immunsuppression ist nicht bei allen Patient:innen möglich. In solchen Fällen ist die Anwendung alternativer Therapien wie der Immunadsorption (IA) von besonderem Interesse. Trotz positiver klinischer Erfahrungen ist die Datenlage zur Anwendung der IA bei rheumatischen Erkrankungen begrenzt.
Ziel der Arbeit
Ziel war die Analyse von Anwendung, Wirksamkeit und Sicherheit der IA unter Alltagsbedingungen.
Material und Methoden
Im Rahmen dieser retrospektiven Untersuchung wurden 373 Immunadsorptionsbehandlungen (IA) bei 31 Patient:innen mit verschiedenen rheumatischen Erkrankungen durchgeführt.
Ergebnisse und Diskussion
Die Ergebnisse zeigen, dass die IA überwiegend in Kombination mit anderen medikamentösen Verfahren eingesetzt wurde – häufig als „Bridging-Therapie“ oder Ultima Ratio in komplexen Fällen. Die Behandlung zeigte ein gutes Sicherheitsprofil; bei 25 % der Patient:innen traten vorwiegend milde Nebenwirkungen wie Blutdruckabfälle auf. Die IA führte zu einer signifikanten Reduktion der Immunglobulinspiegel. In 48 % der Fälle konnte ein positiver klinischer Therapieeffekt beobachtet werden. Kürzere Intervalle zwischen den Behandlungen waren mit einem besseren Ansprechen assoziiert (p = 0,004). Ein Zusammenhang zwischen einem positiven Therapieeffekt und der begleitenden Glukokortikoidtherapie konnte nicht festgestellt werden (p = 0,611), was auf einen potenziell eigenständigen Effekt der IA hinweist.
Schlussfolgerung
Die IA kann somit eine wertvolle Ergänzung im Rahmen individualisierter Therapieansätze darstellen und sollte in zukünftigen Studien weiter evaluiert werden.
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Citation
Published in
Zeitschrift für Rheumatologie, 84, Springer, Heidelberg, 2025, https://doi.org/10.1007/s00393-025-01677-1
