Stabilisierungschirurgie bei Wirbelsäulenmetastasen: Prädiktoren für Implantatversagen, Wund- und Blutungskomplikationen - eine monozentrische Outcome Analyse
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Hintergrund: Die chirurgische Behandlung von Wirbelsäulenmetastasen dient der Wiederherstellung der Stabilität, der Dekompression neuraler Strukturen und der Verbesserung der Lebensqualität. Trotz technischer Fortschritte stellen Implantatversagen sowie postoperative Wund- und Blutungskomplikationen weiterhin relevante Herausforderungen dar. Ziel dieser Studie war die Identifikation unabhängiger Risikofaktoren für diese Komplikationen.
Methoden: In einer monozentrischen retrospektiven Kohortenstudie wurden Patientinnen und Patienten mit stabilisierenden Operationen bei Wirbelsäulenmetastasen untersucht. Neben deskriptiven Analysen wurden Chi-Quadrat-, Welch- und Wilcoxon-Tests sowie uni- und multivariate logistische Regressionsanalysen durchgeführt, um unabhängige Prädiktoren für Implantatversagen, Wundkomplikationen und postoperative Blutungen zu identifizieren.
Ergebnisse: Die Verankerung der Instrumentation in metastatisch befallenen Endwirbeln erwies sich als unabhängiger Risikofaktor sowohl für Implantatversagen als auch für Wundkomplikationen. Zusätzlich waren ein lokaler Tumorprogress und aktiver Nikotinkonsum mit einem erhöhten Risiko für Implantatversagen assoziiert. Ein präoperativer Frankel-Score E zeigte ebenfalls einen Zusammenhang mit Implantatversagen, was auf eine erhöhte mechanische Belastung durch erhaltene Mobilität hindeutet. Wundkomplikationen wurden zudem durch bestehende Komorbiditäten begünstigt. Postoperative Blutungskomplikationen standen unabhängig mit höherem Alter, reduziertem präoperativem Funktionsstatus und gleichzeitig auftretenden Wundkomplikationen in Zusammenhang.
Schlussfolgerung: Die Verankerung von Implantaten in metastatisch befallenen Wirbelkörpern stellt einen klinisch relevanten und potenziell vermeidbaren Risikofaktor dar. Wenn möglich, sollte die Instrumentation außerhalb metastatisch veränderter Wirbel enden. Ergänzend zu etablierten Scoring-Systemen wie dem SINS sollten patientenspezifische biomechanische und funktionelle Faktoren stärker in die präoperative Planung einbezogen werden, um Komplikationen zu reduzieren und die chirurgischen Ergebnisse weiter zu verbessern.
