Potenziale eines strukturierten Adipositasmanagements im hausärztlichen Setting – eine explorativ-qualitative Befragung von Hausärztinnen und Hausärzten in Hessen und Rheinland-Pfalz

Loading...
Thumbnail Image

Date issued

Editors

Journal Title

Journal ISSN

Volume Title

Publisher

Reuse License

Description of rights: CC-BY-ND-4.0
Item type: Item , DissertationAccess status: Open Access ,

Abstract

Hintergrund: Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas in Deutschland ist hoch. Der primärztliche Kontakt findet meist in Hausarztpraxen statt. Hier ist ein wirkungsvoller Ansatzpunkt für zukünftiges Adipositasmanagement. Fragestellung: Diese qualitative Studie hat den Anspruch, die aktuelle Versorgungsrealität bezüglich Adipositasmanagement im hausärztlichen Setting in Rheinland-Pfalz und Hessen zu beleuchten. Es sollen außerdem Limitationen und Möglichkeiten aus hausärztlicher Perspektive erkannt werden. Die Erwartungen der Hausärzt:innen an zukünftige Versorgungsmodelle unter dem Aspekt des steigenden Bedarfs, des geplanten DMP Adipositas, sowie den bestehenden diabetologischen Schwerpunktpraxen sollen exploriert werden. Methoden: Im zweiten Halbjahr 2021 wurden leitfadengestützte semi-strukturierte qualitative Interviews mit 22 Hausärzt:innen in Rheinland-Pfalz und Hessen geführt. Diese wurden großteils über den E-Mail-Verteiler eines hausärztlichen Berufsverbandes rekrutiert. Die Interviews wurden teilweise telefonisch, teilweise in Präsenz geführt. Alle Befragten (N=22) sind hausärztlich tätige Ärzt:innen. Zusätzlich haben sechs Personen einen diabetologischen Schwerpunkt. Die Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring aufbereitet und ausgewertet. Ergebnisse: Die Hausärzt:innen geben an, sich durch regelmäßigen Patientenkontakt an bedeutender Position für das Adipositasmanagement zu befinden. Eine hausärztlicher Basisversorgung ist möglich. Als limitierend für das Adipositasmanagement empfinden die Hausärzt:innen Zeitmangel im Praxisalltag und nicht ausreichende Vergütung der Gesprächszeiten. Es gibt einige hausärztliche Best-Practice-Beispiele für die Adipositasversorgung. Im Rahmen eines zusätzlichen diabetologischen Schwerpunktes ist auch eine spezialisiertere Therapie der Adipositas möglich. Die Interviewteilnehmer:innen wünschen sich mehr Adipositas-spezifische Angebote im ambulanten Bereich und einen Fokus auf Prävention. Darüber hinaus sehen die Hausärzt:innen Potential in interdisziplinärer Zusammenarbeit für die multimodale Adipositastherapie. Die Befragten sind sehr offen für ein zukünftiges DMP Adipositas. Diskussion: Hausarztpraxen stellen eine Schlüsselposition für das Adipositasmanagement dar. Um die Versorgung von adipösen Patient:innen effektiv zu gestalten, erscheint den befragten Hausärzt:innen ein DMP Adipositas sinnvoll. Das geplante DMP Adipositas wird von den meisten Hausärzt:innen als Chance für eine Verbesserung und Strukturierung des Adipositasmanagements wahrgenommen. Weiterhin soll aus hausärztlicher Sicht auch eine ausreichenden Vergütung für die Adipositastherapie in den Praxen sowie eine Steigerung des ambulanten Angebotes für adipöse Patient:innen und Adipositasprävention sowie eine Vernetzung der Versorgungsteilnehmer:innen stattfinden. Keywords: Adipositasmanagement, Disease-Management-Programm, Versorgungsforschung, Hausarztpraxis, Primärversorgung

Description

Keywords

Citation

Relationships

Endorsement

Review

Supplemented By

Referenced By