Bedeutung Lipid-bindender Antiphospholipidantikörper für die Entstehung venöser Thromboembolien

dc.contributor.advisorLackner, Karl J.
dc.contributor.authorKraus vom Cleff, Isabel Emilia
dc.date.accessioned2026-06-01T10:57:59Z
dc.date.issued2025
dc.description.abstractDas APS ist durch thromboembolische Ereignisse und Schwangerschaftskomplikationen bei persistierendem aPL-Profil charakterisiert. aPL gelten als zentrale pathophysiologische Faktoren, ihre Heterogenität erschwert jedoch die differenzierte Bewertung. Innerhalb dieser Gruppe sind Lipid-bindende aCL experimentell als pathophysiologisch wirksam beschrieben (siehe 1.2.8 Pathophysiologie). Dennoch spielen sie im klinischen Verständnis des APS bislang eine untergeordnete Rolle, da die Diskussion traditionell stark von der Annahme einer sog. Kofaktorabhängigkeit (β2GPI) geprägt ist. Ziel dieser Arbeit war es, die Assoziation Lipid-bindender aCL mit venösen Thrombosen in einem definierten Patient*innenkollektiv zu prüfen und ihre mögliche Relevanz im Kontext des APS kritisch zu bewerten. Hierfür wurden Antikörperfraktionen mittels Proteinfällung isoliert und in einem eigens entwickelten, β2GPI-freien Cardiolipin-ELISA Typ home made untersucht. Die Standardisierung der Testbedingungen erlaubte einen quantitativen Vergleich der Antikörperaktivität zwischen Patient*innen mit venöser Thrombose und gesunden Kontrollpersonen. Zur Erklärung dieser Befunde wurden zwei Argumentationspfade verfolgt. Erstens methodische Ursachen: Studieneigene Limitationen wie Eigenbeschichtung, fehlende Spezifitätskontrollen und begrenzte Kohortengröße sowie systemische Schwächen etablierter ELISAs (Interlabor-Variabilität, fehlende Standardisierung, vordefinierte Schwellenwerte) schränken die Aussagekraft ein. Ein optimales Nachweisverfahren müsste β2GPI konsequent ausschließen, etwa durch präanalytische Separation (Immunadsorption, serumfreie Puffer), um Lipid-bindende aCL zuverlässig von aβ2GPI zu unterscheiden. Zweitens inhaltliche Ursachen: Experimentelle Studien belegen die biologische Plausibilität einer Beteiligung Lipid-bindender aCL am Pathomechanismus des APS. Auch die hier nachgewiesene Antikörperaktivität ist damit vereinbar, wenngleich offenbleibt, ob sie im untersuchten Kollektiv kausal an der Thromboseentstehung beteiligt war oder lediglich epiphänomenal auftrat. Exemplarisch zeigt die Neurosyphilis, dass aCL sowohl epiphänomenal als auch pathogenetisch wirksam sein können, abhängig vom klinischen Kontext. Eine Bewertung anhand der Bradford-Hill-Kriterien stützt die Plausibilität prinzipiell. Zusammenfassend liefert diese Arbeit explorative Hinweise darauf, dass Lipid-bindende aCL eine pathogenetisch relevante Rolle innerhalb des APS spielen könnten. Eine Kausaldeutung für das untersuchte Kollektiv bleibt jedoch spekulativ. Der Nachweis einer schwachen, aber signifikanten Assoziation deutet auf ein mögliches pathogenetisches Potenzial hin, das in der bisherigen Forschung unterschätzt wurde. Entscheidend ist die Entwicklung und Anwendung methodisch stringenter, standardisierter und insbesondere kofaktorunabhängiger Assays, um die Rolle Lipid-bindender aCL zuverlässig zu bestimmen. Zukünftige (prospektive) Studien sollten prüfen, in welchem Ausmaß Lipid-bindende aCL das Risiko thrombotischer Ereignisse beeinflussen und ob sie als eigenständige Zielgröße in Diagnostik und Therapie des APS etabliert werden können.
dc.identifier.doihttps://doi.org/10.25358/openscience-14992
dc.identifier.urihttps://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/15013
dc.identifier.urnurn:nbn:de:hebis:77-2e2f1324-1f76-442b-a5d2-abced965219b8
dc.language.isoger
dc.rightsCC-BY-ND-4.0
dc.rights.urihttps://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/
dc.subject.ddc610 Medizinde
dc.subject.ddc610 Medical sciencesen
dc.titleBedeutung Lipid-bindender Antiphospholipidantikörper für die Entstehung venöser Thromboemboliende
dc.typeDissertation
jgu.date.accepted2026-05-07
jgu.description.extentVII, 120 Seiten ; Illustrationen, Diagramme
jgu.identifier.uuid2e2f1324-1f76-442b-a5d2-abced965219b
jgu.organisation.departmentFB 04 Medizin
jgu.organisation.nameJohannes Gutenberg-Universität Mainz
jgu.organisation.number2700
jgu.organisation.placeMainz
jgu.organisation.rorhttps://ror.org/023b0x485
jgu.organisation.year2025
jgu.rights.accessrightsopenAccess
jgu.subject.ddccode610
jgu.type.dinitypePhDThesisen_GB
jgu.type.resourceText
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