Einfluss von Wetterbedingungen auf die Häufigkeit von Synkopen: Eine retrospektive Analyse über 21 Jahre und Zukunftsprognose
| dc.contributor.advisor | Treib, Johannes | |
| dc.contributor.advisor | Wössner, Ralph | |
| dc.contributor.author | Schmitz-Salue, Victor Martin Antonius | |
| dc.date.accessioned | 2026-05-12T12:14:33Z | |
| dc.date.issued | 2025 | |
| dc.description.abstract | Synkopen sind durch einen plötzlichen, kurzzeitigen Bewusstseinsverlust mit gleichzeitigem Verlust der Haltefunktion infolge einer globalen zerebralen Minderdurchblutung gekennzeichnet. Im Rahmen des Bewusstseinsverlust führen sie häufig zu Sturzereignissen, die insbesondere bei älteren Menschen zu schweren Verletzungen führen können. Ziel der vorliegenden Arbeit war es einen möglichen Zusammenhang zwischen meteorologischen Bedingungen und dem Auftreten von Synkopen zu untersuchen sowie anschließend mittels Klimaprojektionen die Häufigkeit von Synkopen im Jahr 2100 zu prognostizieren. Hierzu erfolgte eine explorative retrospektiv Analyse der während des 21-jährigen Zeitraums zwischen dem 01.01.2000 und 31.12.2020 am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern aufgrund von Synkopen behandelten 14363 Patientinnen und Patienten im Hinblick auf eine Korrelation mit den bestehenden sowie sich ändernden Wetterbedingungen analysiert. Die Wetterdaten (Temperatur, Luftdruck, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit) wurden vom Deutschen Wetterdienst zur Verfügung gestellt. Für die statistische Auswertung wurde zunächst die Verteilung der Daten beschrieben und die notwendigen Voraussetzungen für die Inferenzstatistik geprüft. Im Rahmen der Inferenzstatistik wurden eine Spearman-Korrelation, eine Negativ Binomial Regression sowie Kruskal-Wallis-Test mit Post-hoc Test durchgeführt. Aufgrund der hohen Zahl an durchgeführten Tests wurde zur Reduktion der Alphafehler-Kumulierung eine Anpassung des Signifikanzniveaus mittels Benjamini-Hochberg-Korrektur vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Zunahme der Synkopenfälle über den Beobachtungszeitraum. Die Altersverteilung der Patienten zeigt zwei Altersgipfel, einen um 20 Jahre und einen weiteren um 80 Jahre. Es finden sich keine signifikanten saisonalen oder jahreszeitliche Unterschiede. Für die Spearman Korrelation als auch die Negativ Binomial Regression finden sich Hinweise auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Umgebungstemperatur, Temperaturwechsel, relativen Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Niederschlag und Auftretenswahrscheinlichkeit von Synkopen. Für den Wetterparameter Temperatur und ihre Änderungen finden sich über die verschiedenen Testverfahren die meisten signifikanten Korrelationen, die darauf hindeuten, dass extreme Temperaturen und Temperaturwechsel das Auftreten von Synkopen begünstigen könnten. Die in früheren Studien beschriebene Häufung von Synkopen in Abhängigkeit von verschiedenen Wetterparametern kann in unserer Studie bestätigt werden. Die gefundenen Korrelationen waren auch nach Anpassung des Signifikanzniveaus weiterhin signifikant, allerdings sind die jeweiligen berechneten Effektstärken sehr klein. Mit Hilfe der Klimaprojektionen prognostizieren wir einen geringfügigen Anstieg der jährlichen Synkopenzahlen für das RCP2.6-Szenario um 0,15 % bzw. eine Synkope jährlich. Für das RCP4.5-Szenario eine Zunahme um 1,41 %, entsprechend 10 Synkopen und für das RCP8.5-Szenario eine Zunahme um 1,61 %, entsprechend einer Erhöhung der jährlichen Synkopenfälle um elf Synkopen auf insgesamt 694. Durch das Erreichen der Ziele des Klimaabkommens von Paris, dem RCP2.6-Szenario entsprechend, ließen sich basierend auf unseren Ergebnissen also neun beziehungsweise zehn Synkopen jährlich im Raum Kaiserslautern vermeiden. Es lässt sich zusammenfassen, dass dem Wetter und insbesondere den Temperaturparametern ein Einfluss auf die Häufigkeit von Synkopen zugeschrieben werden kann. Dieser sollte jedoch im Kontext patientenbezogener Faktoren sowie in unserer Studie nicht berücksichtigter unbekannter Faktoren nicht überschätzt werden. Zur genaueren Risikoeinschätzung sind weitere Studien, zum Beispiel unter Nutzung eines Klimaindex wie dem UTCI oder WBGT-Index notwendig. Die prognostizierte zunehmende Synkopenhäufigkeit fügt sich damit in die bereits in zahlreichen Studien erwartete steigende Belastung des Gesundheitswesens ein. Daraus abzuleiten ist die dringende Notwendigkeit auf das Erreichen der Pariser Klimaschutzziele hinzuwirken. Für uns Mediziner im Speziellen bedeuten diese Aussichten im Dialog mit unseren Patienten auf die gesundheitlichen Gefahren steigender Temperaturen hinzuweisen, Risikopatienten zu erkennen und Empfehlungen bezüglich des Alltagsverhaltens zu geben sowie das Interaktions- bzw. Nebenwirkungspotenzial von Medikamenten bei Hitzeperioden kritisch zu überprüfen. | de |
| dc.identifier.doi | https://doi.org/10.25358/openscience-14933 | |
| dc.identifier.uri | https://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/14954 | |
| dc.identifier.urn | urn:nbn:de:hebis:77-2907495f-1fad-4674-b73c-c0a581dbcac85 | |
| dc.language.iso | ger | |
| dc.rights | CC-BY-SA-4.0 | |
| dc.rights.uri | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ | |
| dc.subject.ddc | 610 Medizin | de |
| dc.subject.ddc | 610 Medical sciences | en |
| dc.title | Einfluss von Wetterbedingungen auf die Häufigkeit von Synkopen: Eine retrospektive Analyse über 21 Jahre und Zukunftsprognose | de |
| dc.type | Dissertation | |
| jgu.date.accepted | 2026-04-24 | |
| jgu.description.extent | IV, 98 Seiten ; Diagramme | |
| jgu.identifier.uuid | 2907495f-1fad-4674-b73c-c0a581dbcac8 | |
| jgu.organisation.department | FB 04 Medizin | |
| jgu.organisation.name | Johannes Gutenberg-Universität Mainz | |
| jgu.organisation.number | 2700 | |
| jgu.organisation.place | Mainz | |
| jgu.organisation.ror | https://ror.org/023b0x485 | |
| jgu.organisation.year | 2025 | |
| jgu.rights.accessrights | openAccess | |
| jgu.subject.ddccode | 610 | |
| jgu.type.dinitype | PhDThesis | en_GB |
| jgu.type.resource | Text | |
| jgu.type.version | Original work |