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Autoren: Blöser, Julia
Titel: Contested Cooperation in the EU's External Migration Policy: In Search of Effective Migration Partnerships (with Niger and Mali)
Umstrittene Zusammenarbeit in der externen EU-Migrationspolitik: Auf der Suche nach effektiven Migrationspartnerschaften (mit Niger und Mali)
Online-Publikationsdatum: 16-Nov-2020
Sprache des Dokuments: Englisch
Zusammenfassung/Abstract: In view of the increasing importance of the EU's external migration policy, this study examines the latter's effectiveness using the example of the Migration Partnership Framework (MPF), which was adopted in 2016 with the main aim of restricting irregular immigration to Europe and increasing return quotas through close cooperation with selected third countries. Building on previous studies on strategic migration policy, the thesis derives four central hypotheses from the negotiation analysis literature in conjunction with studies on the complex of 'internal cohesiveness - external effectiveness' to explain the emergence of such forms of cooperation. These hypotheses are confirmed by a structured focused comparison of the contrasting cases of Niger and Mali: According to this, third countries are considering cooperation based on the relationship between advantages/the degree of alignment with national priorities and the costs incurred, which may outweigh possible incentives, especially if domestic political resistance is mobilised and there is a lack of compensation offers to affected interest groups. Accordingly, the core interests of the negotiating partners must be compatible, i.e. the cost-benefit ratio on the part of the third country must exceed its best alternative option, and the offer of cooperation must be within the limits of the maximum offer the EU is willing or able to grant. In practice, this is often not the case, especially in countries of origin such as Mali, where there is a strong interest in migration. Even a maximum increase in the EU offer through policy mainstreaming and the prevention of alternative coalitions via close integration of EU member states often seem insufficient to compensate for the disadvantages of the respective third country. In practice, this constellation, however, caused the MPF to not only miss its original target (restricting immigration to Europe) and its internal objectives (joint implementation of control and return measures with third countries), thus resulting in limited effectiveness, it also incurred high costs both of a material and strategic nature and by jeopardising other foreign policy objectives and standards as well as imposing opportunity costs due to the untapped migration potential. Paradoxically, a central means of resolving the resistance of strategic third countries lies in opening legal migration channels, which would, however, fundamentally contradict the EU's domestic policy intention of restricting immigration and would require a widespread change in attitudes. Consequently, an overall effective EU migration policy requires both a shift in the EU's reservation point and a fundamental understanding of the respective partner interests.
Angesichts der zunehmenden Bedeutung der externen EU-Migrationspolitik untersucht die vorliegende Studie deren Effektivität am Beispiel des Migration Partnership Frame-work (MPF), das 2016 mit dem Hauptziel verabschiedet wurde, durch eine enge Zusam-menarbeit mit ausgewählten Drittstaaten die irreguläre Einwanderung nach Europa einzu-schränken und Rücknahmequoten zu erhöhen. Anknüpfend an bisherige Untersuchungen zu strategischer Migrationspolitik lassen sich aus der Verhandlungsforschung in Verbin-dung mit Untersuchungen zum Komplex „interne Geschlossenheit – externe Effektivität“ Hypothesen zur Erklärung des Zustandekommens solcher Kooperationsformen ableiten. Diese bestätigen sich anhand eines strukturierten fokussierten Vergleichs der kontrastie-renden Fälle Niger und Mali: Demnach erwägen Drittstaaten eine Zusammenarbeit an-hand des Verhältnisses zwischen Vorzügen/dem Übereinstimmungsgrad mit nationalen Prioritäten und entstehenden Kosten, die insbesondere bei einer Mobilisierung innenpoli-tischen Widerstands und mangelnden Kompensationsangeboten an betroffene Interessen-gruppen mögliche Anreize überwiegen können. Folglich müssen die Kerninteressen der Verhandlungspartner kompatibel sein, d.h. das Kosten-Nutzen-Verhältnis aufseiten des Drittstaats muss dessen beste Alternativoption übersteigen, wobei sich das Kooperations-angebot im Rahmen des von der EU maximal bewilligten Einsatzes bewegen muss. In der Praxis zeigt sich, dass diese Konstellation gerade in Herkunftsländern wie Mali mit einem gewichtigen Migrationsinteresse oft nicht gegeben ist. Selbst eine maximale Erhö-hung des EU-Angebots durch Policy-Mainstreaming und eine Absenkung der Alterna-tivoption durch eine enge Integration der EU-Mitgliedstaaten scheinen hierbei unzu-reichend, um die entstehenden Nachteile des Gegenübers auszugleichen. Dies hat jedoch zur Folge, dass das MPF sowohl sein Ursprungsziel (die Beschränkung der Einwanderung nach Europa) als auch seine internen Ziele (die gemeinsame Umsetzung von Kontroll- und Rückführungsmaßnahmen mit den Drittstaaten) und damit Effektivität nur einge-schränkt erreicht, wobei gleichzeitig hohe Kosten nicht nur materieller und strategischer Art entstehen, sondern auch eine Gefährdung anderer außenpolitischer Ziele und Normen sowie Opportunitätskosten aufgrund des ungenutzten Migrationspotenzials. Paradoxer-weise liegt ein zentrales Mittel zur Lösung des Widerstands in der Öffnung legaler Mig-rationswege, was jedoch der innenpolitisch geprägten EU-Intention der Migrationsbe-schränkung fundamental entgegensteht und einen verbreiteten Einstellungswandel vo-raussetzen würde. Folglich setzt eine insgesamt effektive EU-Migrationspolitik sowohl eine Verschiebung des EU-Reservationspunktes als auch ein grundlegendes Verständnis der jeweiligen Partnerinteressen voraus.
DDC-Sachgruppe: 300 Sozialwissenschaften
300 Social sciences
320 Politik
320 Political science
Veröffentlichende Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Organisationseinheit: FB 02 Sozialwiss., Medien u. Sport
Veröffentlichungsort: Mainz
DOI: http://doi.org/10.25358/openscience-5200
Version: Original work
Publikationstyp: Masterarbeit
Nutzungsrechte: in Copyright
Informationen zu den Nutzungsrechten: https://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Umfang: v, 113 Seiten
Enthalten in den Sammlungen:JGU-Publikationen

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