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dc.contributor.authorSpeike, Carsten
dc.date.accessioned2020-06-08T17:44:02Z
dc.date.available2020-06-08T19:44:02Z
dc.date.issued2020
dc.identifier.urihttps://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/5038-
dc.description.abstractDer Behandlungsbedarf einer milden obstruktiven Schlafapnoe wurde bisher als gering eingeschätzt und die aktuelle Leitlinie empfiehlt eine Behandlung nur bei Symptomen, die sich auf den Tagesablauf auswirken, vor allem Tagesschläfrigkeit. Hingegen wird bei moderater OSA immer eine Therapie empfohlen. Diese Vorgaben beruhen auf der Annahme, dass sich unterschiedliche Ausprägungen der OSA in entsprechenden klinischen Phänotypen wiederspiegeln und nur Patienten mit einer moderaten OSA bezüglich der potenziellen Folgeerkrankungen prognostisch von einer Behandlung profitieren. Die Literatur zu Folgeerkrankungen und Mortalität bei milder und moderater OSA ist jedoch kontrovers. Große bevölkerungsbasierte, prospektive Studien finden sowohl Evidenz für als auch gegen die oben genannte unterschiedliche Bewertung beider Patientengruppen. Auch der Aspekt der Tagesschläfrigkeit erscheint fragwürdig, da dieses Symptom in gesunden Kohorten in vergleichbarem Ausmaß festzustellen ist, wie bei Patienten mit milder OSA. In dem 2012 aktualisierten Manual der American Academy of Sleep Medicine zur Diagnose schlafbezogener Atemstörungen und der ICSD-3 Leitlinie von 2014 zur Einteilung der Schweregrade und der sich daraus ergebenden Therapieempfehlung wurden im Vergleich zum Manual von 2007 unterschiedliche Kriterien für das Scoring von Apnoen und Hypopnoen zur Unterscheidung einer milden und moderaten OSA verwendet. Diese Aktualisierung der Leitlinien führt zu einer signifikant unterschiedlichen Verteilung der Patienten in den OSA-Gruppen mit milder oder moderater Ausprägung. Daher können Ergebnisse aus Studien, die die Patientengruppen nach den veralteten Leitlinien eingeteilt haben, nicht auf Patienten übertragen werden, die nach den aktuellen Vorgaben diagnostiziert wurden. Dies gilt möglicherweise auch für die Häufigkeit der potenziellen Folgeerkrankungen in den genannten Patientengruppen. In der vorliegenden Studie wurden daher die Prävalenz der Risikofaktoren und Folgeerkrankungen, die nach den alten Kriterien als signifikant korreliert mit OSA galten, in den Patientengruppen mit milder und moderater OSA entsprechend den neuen Einteilungskriterien evaluiert. Untersucht wurden die Risikofaktoren Alter, Geschlecht, BMI, Raucherstatus und die bekannten möglichen Folgeerkrankungen des kardiovaskulären Systems (Herzinsuffizienz, KHK, Myokardinfarkt, Apoplex) und des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus) sowie Parameter der Polysomnographie inklusive des Anteils in Rückenlage. Hierbei konnten bezüglich der Risikofaktoren signifikante Unterschiede bei Patienten mit milder und moderater OSA lediglich hinsichtlich des BMI gefunden werden. Bezüglich der Folgeerkrankungen zeigte sich überraschenderweise der Diabetes mellitus in der Patientengruppe mit moderater OSA signifikant seltener. Die übrigen untersuchten Folgeerkrankungen waren statistisch gleich verteilt. Auch das Ausmaß der Polypharmakotherapie als relatives Kriterium der Multimorbidität war in beiden Gruppen vergleichbar. Patienten mit moderater OSA schliefen signifikant mehr in Rückenlage mit positiver Assoziation zum Schweregrad der OSA. Dies unterstützt die Annahme eines kausalen Zusammenhangs zwischen Rückenlage und OSA und somit auch des Nutzens einer therapeutischen Vermeidung der Rückenlage. Zusammenfassend war in der vorliegenden Untersuchung der Phänotyp der beiden Patientengruppen lediglich hinsichtlich der Parameter BMI, Diabetes mellitus und Schlafanteil in Rückenlage signifikant unterschiedlich, nicht jedoch bezüglich kardiovaskulärer Krankheitsereignisse. Demnach erscheint entsprechend den neuen Einteilungskriterien eine unterschiedliche Behandlungsempfehlung bei Patienten mit milder und moderater OSA nicht gerechtfertigt. Hierbei sind jedoch die geringe Zahl der von uns untersuchten Patienten und das retrospektive Studiendesign als limitierende Faktoren zu beachten. Daher bleibt die abschließende Beurteilung einer unterschiedlichen Behandlungsbedürftigkeit von Patienten mit milder und moderater OSA prospektiven Folgestudien mit größeren Patientenzahlen vorbehalten.de_DE
dc.language.isoger
dc.rightsin Copyrightde_DE
dc.rights.urihttps://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
dc.subject.ddc610 Medizinde_DE
dc.subject.ddc610 Medical sciencesen_GB
dc.titleKlinische Phänotypen bei Patienten mit geringgradiger obstruktiver Schlafapnoede_DE
dc.typeDissertationde_DE
dc.identifier.urnurn:nbn:de:hebis:77-diss-1000035680
dc.identifier.doihttp://doi.org/10.25358/openscience-5035-
jgu.type.dinitypedoctoralThesis
jgu.type.versionOriginal worken_GB
jgu.type.resourceText
jgu.description.extentIV, 96 Blätter
jgu.organisation.departmentFB 04 Medizin-
jgu.organisation.year2020-
jgu.organisation.number2700-
jgu.organisation.nameJohannes Gutenberg-Universität Mainz-
jgu.rights.accessrightsopenAccess-
jgu.organisation.placeMainz-
jgu.subject.ddccode610
opus.date.accessioned2020-06-08T17:44:02Z
opus.date.modified2020-07-29T08:06:20Z
opus.date.available2020-06-08T19:44:02
opus.subject.dfgcode00-000
opus.organisation.stringFB 04: Medizin: Hals-, Nasen- und Ohren-Klinik und Poliklinikde_DE
opus.identifier.opusid100003568
opus.institute.number0447
opus.metadataonlyfalse
opus.type.contenttypeDissertationde_DE
opus.type.contenttypeDissertationen_GB
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